München - Nach dem verhängnisvollsten Eigentor seiner Karriere gerät Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß immer stärker in die Bredouille. Die Ermittlungsbehörden dementierten zwar einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, der Name des 61-Jährigen tauche auf einer Steuer-CD auf, die das Land Nordrhein-Westfalen im August 2012 angekauft hatte, trotzdem blieb die Steueraffäre Hoeneß in den Schlagzeilen. Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger empfahl seinem langjährigen Widersacher eine freiwillige Auszeit nach dem Champions-League-Finale am 25. Mai in London. Einige Mitglieder des neunköpfigen Bayern-Aufsichtsrats wollen den Vereinspatron offenbar überzeugen, sein Amt zumindest ruhen zu lassen. Die Wirtschaftsbosse befürchten, die Steueraffäre des angeschlagenen Aufsichtsratschefs könnte bald zu ihrem eigenen Problem werden und wollen auf Drängen von Aktionärsschützern mögliche Imageschäden von ihren Konzernen fernhalten.
Hoeneß selbst widersprach allerdings Berichten, die nächste Aufsichtsratssitzung sei bereits für diesen Montag geplant. „Das ist totaler Blödsinn. Die nächste Aufsichtsratssitzung findet wie geplant am 6. Mai statt, das steht schon seit vorigem November fest – und bis dahin passiert überhaupt nichts“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ Hoeneß.
Der deutsche Fußball-Rekordmeister kommentierte auch die jüngsten Entwicklungen nicht und stärkte seinem Präsidenten weiter den Rücken. Sportvorstand Matthias Sammer betonte am Sonnabend nach dem 1:0 gegen den SC Freiburg, Hoeneß mache derzeit einen guten Eindruck, trotz aller Angriffe und Spekulationen. Hoeneß selbst verfolgte die Partie im Stadion.
