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NWZonline.de Sport Fußball

Verletzung stoppte Uwe Brachts Karriere

14.03.2009

BREMEN Seine Rückennummer war die „10“, die des Spielmachers. Und rückschauend betrachtet ist festzustellen: Es gab in Werders Bundesliga-Geschichte nicht viele „Zehner“, die genialere Pässe schlagen konnten als Uwe Bracht, der von 1973 bis 1983 Werders Bundesliga-Trikot trug.

Werderaner allerdings war er länger. Denn schon als 16-Jähriger wechselte er von seinem Heimatverein, dem ATS Buntentor in der Neustadt, zum Osterdeich. Und musste feststellen, dass er erst einmal nicht sonderlich gefragt war. „Ich spielte in der dritten A-Jugend, ich war ziemlich klein, keiner nahm mich ernst“, erinnert sich der heute 55-Jährige.

Einsatz in Landesauswahl

Doch später schaffte er den Sprung in die Leistungs-A-Jugend. Und dort sah ihn Erich Hänel, damals Amateurtrainer. „Den will ich haben, der kann Fußball spielen“, verkündete Hänel. Doch vorerst blieb es bei Kurzeinsätzen im Amateurteam. „Bis ich mal eher zufällig in die Landesauswahl geriet und ein starkes Spiel gegen Bayern machte“, erzählt Uwe Bracht. Bundesligatrainer Sepp Piontek hatte zugesehen, Uwe Bracht bekam einen Bundesliga-Vertrag, und von da an ging es bergauf.

Er machte den Abstieg 1980 mit, aber auch den Wiederaufstieg ein Jahr später unter Otto Rehhagel. Uwe Bracht, der geniale Linksfüßer mit dem Blick für den freien Raum, war Dreh- und Angelpunkt des Bremer Spiels. „Bis zur Vize-Meisterschaft 1983 hat es dann ja auch noch gereicht“, erinnert er sich. „Ich denke, ich hätte auch das Zeug zum A-Nationalspieler gehabt. In den Noten-Ranglisten der Zeitungen stand ich zwei Jahre lang ganz oben. Aber damals war Werder noch nicht so im Blickpunkt“, glaubt er.

Doch dann ging es bergab. Plötzlich streikte die Achillessehne, eine Operation und „an die 100 Spritzen“ (Bracht) schufen keine Linderung. Uwe Bracht wurde zum Dauerverletzten. Und obwohl er 1982 gerade einen neuen Vier-Jahres-Vertrag unterzeichnet hatte, trennten sich seine und Werders Wege. „Ich habe den Auflösungsvertrag damals vielleicht zu schnell unterzeichnet“, sagt er.

Neue Heimat in Flensburg

Und er sagt dies heute in Flensburg, seiner neuen Heimat. Dort wohnt Uwe Bracht mit Frau und dem zehnjährigen Sohn Gianluca seit 1993, und er sagt voller Überzeugung: „Ich bin so glücklich und zufrieden wie vielleicht niemals zuvor in meinem Leben.“ Denn Uwe Bracht hat den Sprung ins bürgerliche Leben geschafft.

Damals, nach der Trennung von Werder, vergaß er erst einmal den Fußball ganz. „Ein Jahr lang habe ich gegen keinen Ball getreten“, erinnert er sich. Doch plötzlich war der ständige Schmerz in der Achillessehne verschwunden. Und Uwe Bracht fand zum Fußball zurück. Er spielte beim VfB Oldenburg, TSV Verden und als Spielertrainer beim Bremer SV. Bis ein Gespräch seinen Lebensweg radikal änderte. „Dr. Neugebauer hat mich gefragt, ob ich nicht mit ihm nach Flensburg kommen wollte.“

Job bei den Stadtwerken

Dr. Wolfgang Neugebauer, das zur Erklärung, ist Kieferchirurg, ein Fußball-Verrückter im besten Sinne des Wortes und war einst ein guter Freund des langjährigen Werder-Präsidenten Franz Böhmert. Neugebauer übernahm eine Praxis in Flensburg, und sein Fußballfreund Uwe Bracht ging mit. „Da habe ich mit über 40 Jahren noch in der Verbandsliga gespielt“, grinst er. Noch wichtiger allerdings war, dass die neuen Kontakte auch neue berufliche Perspektiven eröffneten. Seit 14 Jahren arbeitet Uwe Bracht bei den Flensburger Stadtwerken im Innendienst.

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