Oldenburg - Eine passendere Antwort auf die Doppel-Pleite am vergangenen Wochenende hätten die Regionalliga-Fußballer des VfB Oldenburg wohl kaum geben können: Im Duell mit dem TSV Schilksee schoss sich die Mannschaft von Trainer Dietmar Hirsch am Sonntagnachmittag vor 1917 Zuschauern im Marschwegstadion den Frust von der Seele, bezwang das – zugegebenermaßen völlig überforderte – Schlusslicht mit 7:0 (2:0) und nahm damit den Unruhestiftern und Kritikern schnell den Wind wieder aus den Segeln.

„Ich habe mir fest vorgenommen, nach einem Sieg kaum etwas zum Spiel zu sagen“, meinte Hirsch und nutzte stattdessen die Chance, um sich noch einmal gegen die Anfeindungen zur Wehr zu setzen, denen das Team nach dem bitteren Aus im Pokal-Halbfinale gegen Drochtersen/Assel (1:2) und der folgenden Ligapleite in Rehden (0:1) ausgesetzt war.

„Das geht gar nicht – was die Mannschaft in dieser Saison bisher geleistet hat, dem gebührt absoluter Respekt“, sagte Hirsch, dessen Team sich in eindrucksvoller Manier auf das Spitzenspiel am nächsten Sonntag (15 Uhr, Marschwegstadion) gegen die U 23 des VfL Wolfsburg einstimmte.

Der Bundesliga-Nachwuchs der „Wölfe“ (jetzt 27 Spiele, 58 Punkte) hatte die Oldenburger (26, 60) am Sonnabend durch ein 3:0 gegen Lübeck vorübergehend von Platz eins verdrängt. Während die drittplatzierten Flensburger (26, 51) am Sonntag durch ein 1:1 im Heimspiel gegen den FC St. Pauli II erneut Punkte liegen ließen, leistete sich der VfB keinen weiteren Patzer.

Im Duell mit dem abgeschlagenen Tabellenletzten geriet der VfB nie in die Gefahr, den Negativtrend des Osterwochenendes auszudehnen. In der ersten Halbzeit trafen Ibrahim Temin (14. Minute) und Kifuta Kiala Makangu (31.) zum 2:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel sorgten wiederum der laufstarke Temin (47.), der emsige Kevin Samide (58.), der in der Verteidigung kaum geforderte Franko Uzelac (63.), der diesmal 61 Minuten auf der Bank schmorende Florian Stütz (83.) und der zuvor ungewohnt abschlussschwache Kapitän Thorsten Tönnies (87.) einen Kantersieg heraus.

„Das war vielleicht sogar ein Zwei-Klassen-Unterschied. Ich bin glücklich, dass es nicht zweistellig geworden ist“, musste Gästetrainer Matthias Losch zugeben. Während sein Team offensiv fast gar nicht stattfand, vergaben auf der anderen Seite Temin (42., 45.+1, 63., 69.), Samide (55.), Tönnies (69., 82., 84.), Max Wilschrey (78.), Kamen Hadzhiev (79.) und Joshua Adomako (79.) 13 weitere hochkarätige Chancen.

„Ich habe noch nie eine so gute Mannschaft in der Regionalliga gesehen“, meinte Losch. „Das Team hat sich schnell wieder befreit – das macht mich unheimlich stolz“, erklärte Hirsch und wird wohl in dieser Woche seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern. „Es sind nur noch letzte Details zu klären“, sagte VfB-Präsident Wilfried Barysch. „Das wäre vielleicht genau der richtige Zeitpunkt“, meinte der Erfolgscoach selbst mit Blick auf das anstehende Spitzenspiel gegen die Wolfsburger.