Oldenburg - Der Fußball-Regionalligist VfB Oldenburg hat sich am Sonntagnachmittag gegen Eintracht Norderstedt zwar mit einem 2:2 (1:1) zufrieden geben müssen. Aber damit blieb die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri auch im achten Spiel in Folge ohne Niederlage und festigte den zweiten Tabellenplatz.
Vor nur 1570 Zuschauern im heimischen Marschwegstadion bot der VfB in der ersten Halbzeit eine engagierte Leistung. Dennoch brachten sich die Oldenburger mit vielen Abspielfehlern immer wieder selbst um den Erfolg. Der Aufsteiger machte es den Gastgebern mit seiner kompakten Abwehr sehr schwer. Trainer Thomas Seeliger hatte sein Team vor allem in der Defensive gut eingestellt. Zudem zeigte Norderstedt im Offensivaufbau Stärken.
Die Oldenburger konnten den Rückenwind in der ersten Halbzeit, anders noch als vor Wochenfrist in Goslar (4:2), nicht nutzen. Während sich der VfB im Spiel nach vorne immer wieder in ungenauem Passspiel verhedderte, suchten die Gäste ihr Heil in schnellen Kontern.
In der 40. Minute brachte einer dieser Angriffe die glückliche Führung für Norderstedt. Yayar Kunath wollte eine Flanke vor das Tor bringen, doch der Ball rutschte ihm vom Fuß und landete mit Unterstützung des Gegenwinds unhaltbar für Oldenburgs Keeper Mansur Faqiryar zur 1:0-Führung im Tor.
Die Gäste waren noch nicht mit dem Jubeln fertig, als im Gegenzug Addy-Waku Menga einen langen Freistoß aufnahm und zum 1:1 eindrückte. „Mit der Führung wären wir gerne in die Pause gegangen“, ärgerte sich Norderstedts Trainer nach dem Schlusspfiff: „Der schnelle Ausgleich hat mich extrem geärgert.“
Zufrieden war auch Nouri mit dem Spiel im ersten Durchgang nicht: „Unser unpräzises Passspiel hat den Gegner immer wieder in Ballbesitz gebracht. Wir hatten heute einfach nicht die Geduld beim Spielaufbau.“
Der Wind im Rücken half in der 48. Minute Norderstedts Linus Meyer, als er aus 25 Metern eine hohe Flanke in den Strafraum schlagen wollte. Der Ball senkte sich unhaltbar hinter Faqiryar zur erneuten Gästeführung.
Der VfB besann sich nun auf seine kämpferischen Qualitäten und verschaffte sich nach und nach ein spielerisches Übergewicht. Nach einem Foul von Kunath an Peer Wegener zeigte der schwache Schiedsrichter Tobias Helwig aus Lüneburg beiden die Rote Karte. Wofür der VfB-Spieler diese erhielt, blieb für die Fans ein Rätsel.
Die Gäste blieben in der Folge mit Kontern und dem starken Rückenwind weiter gefährlich. Eine sehenswerte Kombination zwischen Franko Uzelac, Lucas Höler und Nils Laabs brachte in der 65. Minute durch Laabs den erneuten Ausgleich. Das war das Startsignal für eine spannende Schlussphase.
Der VfB hatte nun reichlich Chancen, die Partie noch für sich zu entscheiden. Aus 25 Metern traf Kevin Samide allerdings nur die Latte. Und in der Nachspielzeit verweigerte Schiedsrichter Helwig dem VfB einen eindeutigen Handelfmeter. Auch das übertriebene Zeitspiel der Gäste ahndete der Unparteiische nicht.
„Es war in der zweiten Halbzeit eine Superleistung von uns. Der Gegner hat alles von uns abverlangt“, fasste Laabs die Partie zusammen. Lob gab es zudem vom Trainer. „Auf meine Mannschaft bin ich sehr stolz. Sie hat wiederum mit Leidenschaft und Herz gespielt“, bilanzierte Nouri: „Es ist schon beeindruckend, wie sie nach den schwachen ersten 45 Minuten wieder zurückgekommen ist.“
