Oldenburg - Vorne hui, hinten pfui: Mit einer ganz schwachen Abwehrleistung haben sich die Regionalliga-Fußballer des VfB Oldenburg am Sonntag um einen guten Start in den zweiten Saisonteil gebracht. Im Duell mit dem um den Klassenerhalt kämpfenden Aufsteiger ULM Wolfsburg verspielte das Team von Trainer Dietmar Hirsch erst eine frühe 2:0- und in der Endphase eine 3:2-Führung. Vor 1326 Zuschauern waren die Gastgeber im Marschwegstadion zwar physisch anwesend, mental aber nur knapp 30 Minuten auf dem Platz.

„Vorne war das schön und gut. Man darf aber keine drei Gegentore kassieren. Diese Abwehrleistung war eine Katastrophe“, echauffierte sich VfB-Sportdirektor Ralf Voigt nach dem Auftritt der Mannschaft, die ihn wie Hirsch einfach nur noch mit dem Kopf schütteln ließ.

„Wir sind fit, aber im Kopf waren wir nicht wirklich da. Eigentlich lief mit den Elfmeter-Toren alles nach Plan, aber dann haben wir uns auf der Führung ausgeruht“, sagte Kapitän Thorsten Tönnies, der maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass die Oldenburger schnell 2:0 in Front lagen. Daniel Franziskus traf in der 14. Minute per Strafstoß zum 1:0, als Tönnies von ULM-Innenverteidiger Harry Pufal gelegt worden war, und wenig später wiederum vom Punkt, als Tönnies ein weiteres Mal zu Fall gebracht worden war (21. Minute).

Die klare Führung verlieh dem VfB jedoch keine Sicherheit. Ganz im Gegenteil: Die Gastgeber fielen im ersten Spiel nach dem Jahreswechsel schnell wieder in den Winterschlaf. Zunächst traf Philipp Stucki den Pfosten, als Oldenburgs neuer Abwehr-Finne Henri Aalto für eine missglückte Abseitsfalle sorgte (38.). Kurz darauf parierte VfB-Keeper Fabian Klinkmann einen Kopfball von Pufals, doch der Ball wurde nicht aus der Gefahrenzone befördert, von einem Wolfsburger in die Mitte gelegt und von Björn Masur aus kurzer Distanz im Tor versenkt (41.).

„Da war von vorne bis hinten der Wurm drin“, klagte Klinkmann später nach einer zweiten Halbzeit, in der die Gastgeber nahtlos an die fahrige Vorstellung angeknüpft hatten. In der 76. Minute bestrafte Andrea Rizzo einen kollektiven Tiefschlaf der VfB-Defensive zum 2:2 (76.).

Fast im direkten Gegenzug gelang Christopher Kramer die erneute Führung (78.), aber die Abwehr war nun völlig von der Rolle. Zwei Schüsse von Rizzo und ein Versuch von Rico Schlimpert gingen noch jeweils knapp vorbei (79., 84., 86.), ehe Pufal die Gäste mit seinem Kopfball zum 3:3 in einen Freudentaumel versetzte (87.). „Der Punkt war für die Wolfsburger mehr als verdient“, gestand Tönnies ein und ergänzte: „30 gute Minuten reichen nicht.“

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion