Oldenburg - Mit einer riesigen Choreografie hatten die VfB-Fans am Sonntag vor dem Derby gegen den SV Meppen eine starke Vorlage geliefert – die Spieler nahmen den Steilpass aber nicht auf und kassierten im Prestigeduell der Fußball-Regionalliga eine 0:1-Heimniederlage. Schon ein Remis hätte dem Team von Coach Alexander Nouri dazu gereicht, den dritten Platz abzusichern. Nun können beim Saisonfinale in einer Woche aber die auf den vierten Rang vorgerückten Emsländer (59 Punkte) wie auch Goslar (58) an den Oldenburgern (60) vorbeiziehen.
„Das ist außergewöhnlich, was unsere Fans zeigen. Wir wollten sie dafür belohnen. Es ist bitter, dass uns das nicht gelungen ist“, meinte Nouri nach dem Spiel vor 2353 Zuschauern im Marschwegstadion und fügte hinzu: „Trotzdem ist es so, dass wir nach wie vor eine fantastische Saison spielen.“
Die Gastgeber standen tief, setzten auf Konter und hatten die erste Möglichkeit, als Nils Laabs kurz vor dem gegnerischen Tor nicht ganz an eine Flanke von Kevin Samide kam (12. Minute). Nur wenig später setzte Addy-Waku Menga einen Schuss aus vier Metern über den SVM-Kasten, hätte aber ohnehin im Abseits gestanden (15.). Die erste Großchance für Meppen vergab Max Kremer, als er nach einem Steilpass völlig frei vor VfB-Keeper Mansur Faqiryar auftauchte, aber ebenfalls über das Tor schoss (25.). Wenig später zielte auf der anderen Seite auch Leo Baal zu hoch (27.).
In der 35. Minute verpasste Laabs den richtigen Zeitpunkt für ein Abspiel, so dass Menga bei seinem Treffer aus spitzem Winkel im Abseits stand (35.). Kurz vor der Pause brachte Kremer – wiederum allein vor Faqiryar – nur ein harmloses Schüsschen zustande (43.), ehe Menga einen Kopfball auf das VfB-Tor setzte (44.).
Nach dem Seitenwechsel nahmen sich beide Mannschaften eine längere Auszeit. Nach und nach versuchte Meppen, etwas mehr Druck aufzubauen. Bei einem Fehler von Faqiryar verpasste Ramiz Pasiov per Kopfball die mögliche Führung (60.). Dem VfB fehlten die zündenden Ideen und vielleicht auch ein bisschen die Kräfte, um die Emsländer in Gefahr zu bringen. In der 67. Minute war es wiederum Kremer, der den Ball aus sechs Metern über das Oldenburger Gehäuse setzte. Kurz darauf machte er es aber besser. Nach einem Ballverlust des VfB im Spielaufbau legte Viktor Maier den Ball im Strafraum vor das VfB-Tor, wo Kremer nur noch den Fuß hinhalten musste (73.). Die etwa 300 mitgereisten Fans der Gäste feierten den Treffer ausgelassen. „Dem 0:1 ging ein dummer Fehler von uns voraus, den Meppen eiskalt ausgenutzt hat“, sagte Oldenburgs Innenverteidiger Franko Uzelac nach dem Spiel.
Nach dem Rückstand verpasste der eingewechselte Shaun Minns im Duell mit SVM-Keeper Benjamin Gommert das 1:1 (78.). Kurz vor Schluss ließ der Torwart nach einer Freistoß-Flanke des für Samide ins Spiel gekommenen Kai Pröger den Ball fallen, doch kein Oldenburger war zur Stelle (88.). „Unterm Strich war unser Sieg nicht unverdient. Er ist das I-Tüpfelchen auf eine gute Saison“, meinte Gästetrainer Christian Neidhart und fügte hinzu: „Leider gibt es in der Regionalliga zu wenige Highlights wie dieses traditionsreiche Duell zwischen Oldenburg und Meppen.“
