Köln - Für die Reiseplanung von Bundestrainerin Silvia Neid ist die neue Blockbildung in der Frauenfußball-Nationalmannschaft ein Segen. Zwei Drittel ihres Kaders spielen in der am Sonntag beginnenden Bundesliga bei zwei Vereinen, dem 1. FFC Frankfurt (10 Spielerinnen) und dem VfL Wolfsburg (7). Während sich die meisten Beobachter fragen, wer von den beiden nun Meister wird, blickt Neid auch mit Interesse auf die anderen Clubs wie Titelverteidiger Turbine Potsdam und den FCR Duisburg, die jeweils einen großen Aderlass verkraften mussten.

„Ich sehe die Chance für junge Spielerinnen, in die Lücke hineinzustoßen, die die Nationalspielerinnen in ihren Vereinen hinterlassen haben. Sie können Verantwortung übernehmen, mehr Spielanteile bekommen, in eine Führungsrolle hineinwachsen“, sagt Neid.

Potsdam hat in Bianca Schmidt, Babett Peter (nach Frankfurt) und Viola Odebrecht (nach Wolfsburg) drei Auswahlspielerinnen verloren, Duisburg in Annike Krahn, Linda Bresonik (nach Paris), Alexandra Popp und Luisa Wensing (nach Wolfsburg) sogar vier.

Neid erwartet in der zweiten Saison nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM 2011 weitere Fortschritte in der Liga, die „nach wie vor eine der besten Spielklassen der Welt“ sei. „Das spielerische Niveau wird weiter steigen. Die jungen Spielerinnen, die heutzutage nachrücken, haben eine immer bessere Ausbildung genossen“, sagt die 111-malige Nationalspielerin.

Beim Zuschauerzuspruch sei „weiteres Steigerungspotenzial sicherlich vorhanden“, findet Neid und nennt den Zuwachs in der vergangenen Saison um 34 Prozent „ordentlich“. In der Spielzeit 2011/2012 kamen im Schnitt 1121 Zuschauer.

Die neue Saison beginnt allerdings kurios: Nur vier von zwölf Mannschaften stehen am Sonntag auf dem Platz, weil vier Partien aufgrund der Teilnahme der deutschen U-20-Frauen an der WM in Japan verschoben wurden.