Oldenburg - Als Schiedsrichter Frank Bokop (Vechta) das Regionalliga-Derby zwischen dem VfB Oldenburg und dem SV Meppen abpfiff, brachen bei den Spielern der Gastgeber alle Dämme. Dabei war der 3:0 (0:0)-Sieg über den alten Rivalen aus dem Emsland im Marschwegstadion am Sonnabend nur Nebensache. Denn trotz des Erfolges flossen reichlich Tränen, und es gab viele Umarmungen. Allen voran war es Verteidiger Franko Uzelac, dem der Abschied vom VfB nicht leicht fiel – dem Verein, der für ihn das Sprungbrett für eine Karriere im Profifußball bedeutete.

Trainer Dietmar Hirsch hatte dem 21-jährigen Olden- burger Eigengewächs, das im Sommer zum möglichen Zweitliga-Aufsteiger Würzburg Kickers wechselt, in seinem letzten Spiel für den VfB die Kapitänsbinde übergeben. Bei einem Zweikampf verletzte sich Uzelac jedoch und musste bereits in der 24. Minute ausgewechselt werden. Wehmut herrschte auch bei etlichen Teamkollegen, die den Verein ebenfalls verlassen werden. Vor dem Spiel hatten der VfB-Vorsitzende Wilfried Barysch und Geschäftsführer Philipp Herrnberger 14 Spieler verabschiedet, die sich in der kommenden Saison anderen Vereinen anschließen werden.

Auf die Partie hatte die Abschiedszeremonie vor 2555 Zuschauern allerdings keinen Einfluss. „Ich habe von allen Spielern noch einmal vollen Einsatz gefordert, und den haben sie schließlich auch geleistet“, lobte Hirsch. So kämpfte der Vizemeister von Beginn an um jeden Ball, als wenn es noch darum gehen würde, wichtige Punkte zu ergattern. Die Fans bekamen ein Spiel zu sehen, in dem nach einem etwas zähen Beginn der VfB die spielbestimmende Mannschaft war. Nils Laabs (14. Minute/15.), Marius Winkelmann (17.) und Thorsten Tönnies (18.) hatten bereits frühzeitig die Führung auf dem Fuß, scheiterten jedoch an Meppens Torwart Benjamin Gommert oder an zu ungenauen Schüssen. Der SV Meppen, der etliche Spieler verletzungsbedingt ersetzen musste, war zu keiner Zeit in der Lage, die Oldenburger in Gefahr zu bringen. „Meine Mannschaft ging heute auf dem Zahnfleisch. Wir musten zahlreiche verletzte Stammspieler ersetzen“, begründete Trainer Christian Neidhardt.

Tore fielen dennoch erst nach der Pause. In seinem letzten Spiel für den VfB brachte Nils Laabs, der zum Bremer SV wechselt, die Platzherren in Führung (56.). In der 79. Minute war es Kevin Samide, der Gommert mit einem strammen Schuss keine Chance ließ, ehe Lavdrim Ebipi für den Endstand sorgte (88.). „Ich hätte auch schießen können“, sagte Laabs „aber wir sind doch ein Team, also habe ich Lavdrim die Torchance gelassen.“ So beendete der VfB die erfolgreichste Saison seit langem mit der Vizemeisterschaft und dem Derbysieg.