Leverkusen/Hannover - Der Auftritt erinnerte an seine Wutrede als DFB-Teamchef. Mit harschen Worten setzte sich Rudi Völler, Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, gegen die harte Kritik nach dem 0:5 in der Champions League gegen Manchester United zur Wehr.

„Die Mannschaft hat es nicht verdient, so behandelt zu werden. Dazu hat sie in den vergangenen Monaten zu viel richtig gemacht“, klagte der 53-Jährige am Freitag. Wütend verwies er auf den jüngsten Höhenflug des Teams von Trainer Sami Hyypiä in der Meisterschaft: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir Tabellenzweiter sind. Wir sind ein absoluter Topclub.“ An diesem Sonnabend (15.30 Uhr) erwartet Bayer den Vorletzten 1. FC Nürnberg.

Ähnlich wie bei seinem Wutausbruch im September 2003 nach dem 0:0 der Nationalmannschaft in Island redete sich Völler in Rage. Das Image des Vereins sei „viel besser, als es nach der Niederlage beschrieben wurde“. „Noch in den 80er-Jahren haben die Spieler von Bayer das Vereinsemblem mit der Hand verdeckt. Heute laufen die Fans mit breiter Brust durch Köln“, sagte der einstige Nationalspieler: „Hier geht es mit Vernunft weiter – auch nach 0:5-Niederlagen.“

Kritisiert wird indes auch Hannovers Trainer Mirko Slomka. Der Druck vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt an diesem Sonntag (15.30 Uhr) wird nach sieben Spielen ohne Sieg immer größer. „Mir geht das nahe. Ich leide unter der Serie“, sagte der Fußball-Lehrer am Freitag.

Frankfurt reist dagegen mit breiter Brust an. Durch den 1:0 (0:0)-Erfolg am späten Donnerstagabend bei Girondins Bordeaux erreichten die Hessen vorzeitig die erste K.o.-Runde in der Europa League. Dieser Erfolg sei angesichts der Negativserie von acht sieglosen Spielen in der Bundesliga „psychologisch wichtig“ gewesen, sagte Trainer Armin Veh.