VOLENDA - Beflügelt vom Zuschlag für die WM 2011 wollen die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen einen erfolgreichen Schlusspunkt unter ein anstrengendes Länderspieljahr setzen. Trotz aller Freude über die mögliche Neuauflage des Sommermärchens hat für die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid die EM-Qualifikation in den Niederlanden an diesem Donnerstag (20 Uhr/ZDF) Priorität. „Wir haben uns natürlich gefreut über die WM-Vergabe. Es ist aber wichtig, dass wir absolut konzentriert in das Spiel in Volendam gehen“, sagte Neid. Schließlich gibt es auch 2009 bei der EM in Finnland einen Titel zu verteidigen.
Statt gemeinsam die Daumen zu drücken, warteten die Spielerinnen im Trainingslager in Bad Segeberg zu zweit in ihren Zimmern auf die Entscheidung des Weltverbandes Fifa. „Als ich die Freudenschreie der anderen gehört habe, war das schon ein gutes Gefühl“, sagte Torhüterin Nadine Angerer. Doch die Ermahnung von Neid („Mit feiern wird es noch nichts“) schienen die Akteurinnen gar nicht zu brauchen – zu ernst nehmen sie die Aufgabe in den Niederlanden, auch wenn das Hinspiel 5:1 gewonnen wurde.
Ebenso gemäßigt musste die Siegesfeier nach dem ersten Heimspiel seit der erfolgreichen WM-Titelverteidigung am Sonntag vor ausverkauftem Haus in Lübeck gegen Belgien (3:0) ausfallen. „Man merkt, dass die Spielerinnen nicht mehr voll dabei und die Akkus leer sind“, erklärte Neid angesichts der fehlenden Pause nach dem Titelrennen in China.
Ihre Abschiedsvorstellung wird Verteidigerin Sandra Minnert nach 15 Jahren in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geben. Die 34-Jährige tritt nach ihrem 146. und letzten Länderspiel aus der Nationalmannschaft zurück, vier Knieoperationen haben ihre Spuren hinterlassen. „Ich habe seit einem Jahr nicht mehr schmerzfrei trainieren können“, erklärte Minnert, die jedoch beim SC Bad Neuenahr eventuell bis 2009 verlängern will.
Selbst bei einem Ausrutscher wäre der direkte Endrunden-Einzug als Gruppenerster kaum in Gefahr, zu souverän führt die DFB-Auswahl die Gruppe 4 an. Mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten aus vier Spielen liegt die Neid-Elf fünf Zähler vor der Schweiz und acht vor den Niederlanden. Nur der Gruppen-Erste qualifiziert sich direkt für die EM-Endrunde.
