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Fußball-Geschenk Vollgas-Bayer Arjen Robben tobt durch Saison

Thomas Häberlein

Madrid - In den vergangenen Wochen muss sich Arjen Robben vorgekommen sein wie im falschen Film. Die Meisterschaft war so früh wie nie gewonnen, Trainer Pep Guardiola erklärte ein wenig leichtsinnig die Bundesliga für beendet, und plötzlich spielten die Super-Über-Rekord-Bayern ziemlich unterirdisch für ihre Verhältnisse.

Robben (30) wirkte da beinahe wie ein Fremdkörper, denn: Er spielte einfach weiter wie ein Super-Über-Rekord-Bayer, er haute sich weiter so rein, als sei jedes Spiel bereits das Halbfinale in der Champions League gegen Real Madrid.

Bayrische Kuscheloase

Als Sportvorstand Matthias Sammer in der vergangenen Woche den FC Bayern kurzerhand zur Kuscheloase erklärte, hatte auch Robben eine Einschätzung anzubieten. Der Niederländer lächelte, als er sprach, er sagte auch keine Worte, die gleich zu Überschriften werden - er stellte nach dem Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern (5:1) einfach mal fest: „Wir wissen, was wir drauf haben.“ Danach allerdings kam ein großes „Aber“: „Wir müssen das auch zeigen. Wir brauchen immer hundert Prozent. Wir müssen immer Vollgas geben. In jedem Spiel musst du alles zeigen. Mit ganzer Leidenschaft.“

Mit ganzer Leidenschaft hatte das in den vergangenen Wochen eher wenig zu tun beim FC Bayern - und dem Naturell von Robben hat das erkennbar widersprochen. Guardiola ließ diese „Gemütlichkeit“, wie der Trainer das mittlerweile bezeichnete, zunächst zu. Robben aber ließ sich nicht einlullen. Er brannte. Und hätte er die zittrigen Bayern im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United nicht mit Elan und Leidenschaft sowie einem Tor und einer Torvorlage zum 3:1 getrieben, hätte er nicht gegen Lautern die ersten drei Treffer vorbereitet, wer weiß ...

Das alles ist auch ein wenig erstaunlich. Mal abgesehen davon, dass Robben nach der auch persönlich ziemlich missratenen „Finale dahoam“-Saison 2011/12 zum großen Gewinner der Triple-Bayern wurde (inklusive Siegtreffer im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund): Unter Guardiola, so schien es, würde er keinen guten Stand haben. Weit gefehlt! „Robben ist ein Geschenk“, sagte Guardiola, als der Niederländer verspätet im Trainingslager am Gardasee erschien. Seitdem hat er ihn auch so behandelt. Und Robben schenkt selbst: Leistung - und ganze Leidenschaft.

Auf den Mann ist Verlass

Auf Robben ist ja ohnehin Verlass, auch wenn es manchmal nicht auffällt. Seit er 2009 von Real Madrid kam, hat er für die Bayern 159 Pflichtspiele bestritten, als Schütze oder Vorbereiter war er dabei an 148 Toren beteiligt. Alleine in dieser Saison sind es 37 Scorer-Punkte in 40 Pflichtspielen.

Unter Guardiola, sagt Robben selbst, hat er nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. Im kicker erklärte er dazu: „Wenn du gut drauf bist und du bekommst viel Vertrauen vom Trainer, von den Leuten im Verein, dann pusht dich das auch noch mal. Da kann ich meine Leistung bringen.“

Der FC Bayern ist gewissermaßen eine Wohlfühlzone für Robben. Aber eine, in der er seinen unbändigen Ehrgeiz, seine pure, ja beinahe kindliche Lust am Spiel auslebt. Das sehen sie auch auf der Etage, auf der an Säbener Straße die Vorstände sitzen, mit Freude. Gerade eben wurde der Vertrag von Robben bis 2017 verlängert - damit ist auch der permanente Wille zum Sieg garantiert. Denn Robben betont, er wolle immer und überall der Beste sein. „Diese Eigenschaft hat mich vieles erreichen lassen, hat mich weit gebracht im Leben. Ich finde es nicht schlimm, viel von sich zu verlangen.“

Schlimm findet Robben nur, wenn er trotzdem im falschen Film mitspielt.

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