Oldenburg/Dortmund - Der 28. Juli 1990 ist ein besonderes Datum in der Geschichte des VfB Oldenburg. Rund 8000 Zuschauer waren im Stadion Donnerschwee dabei, als der VfB zum ersten Mal überhaupt die Zweitliga-Bühne betrat und zum Auftakt der Saison 1990/91 den Mitaufsteiger Mainz 05 empfing. Unvergessen ist dieser Tag aber auch für einen damals noch unbekannten jungen Mann, der heute zu den schillernsten Trainer-Persönlichkeiten im europäischen Fußball gehört: Jürgen Klopp (46). Der heutige Coach des Bundesligisten Borussia Dortmund bestritt seinerzeit in Oldenburg sein erstes Spiel im Profifußball.

„Für mich war das natürlich ein emotionaler Moment“, erinnert sich Klopp, der im Rückblick von „bestimmt 10 000 Zuschauern“ spricht. Klopp, 23 Jahre jung, stand bei hochsommerlichen Temperaturen in der Anfangsformation der Mainzer und spielte auf der linken Außenbahn. Häufig bekam er es dabei mit Oldenburgs Thomas Möller zu tun. „Klopp war mein direkter Gegenspieler“, sagt der gleichaltrige Möller, der erst vor Kurzem eine Kiste mit alten Videomitschnitten von Spielen mit dem VfB hervorgekramt hatte, um diese auf eine DVD zu brennen – dabei fiel ihm auch die 1:2-Niederlage gegen Klopps Mainzer in die Hände.

Zu sehen ist darauf, wie Klopp Anfang der zweiten Halbzeit auf der linken Seite durchbricht, Möller stehen lässt und eine Hereingabe vors Tor bringt, die Norbert Hönnscheidt zum 2:0 einschiebt. Danach rennt ein wehender Blondschopf mit weit ausgebreiteten Armen durch das Bild. „Kloppo hat halt damals schon in seiner üblichen Art gejubelt“, schmunzelt Möller, der heute Trainer des Heider SV in der Schleswig-Holstein-Liga (5. Liga) ist, dieses Amt aber im Sommer aus persönlichen Gründen aufgeben wird.

Im Gegensatz zu Möller hat Klopp bei Krzsztof Zajac (56) keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Der war damals dabei? Daran kann ich mich nicht erinnern. Da muss ich mich ja fast schon für schämen!“, bekannte der ehemalige Abwehrspieler des VfB.

Damit geht Zajac wohl ein wenig zu hart mit sich selbst ins Gericht. Schließlich konnte vor 24 Jahren niemand ahnen, dass aus diesem recht unscheinbaren Kicker mal ein Weltklasse-Trainer werden sollte. Als Fußballer war Klopp eher limitiert, für die Bundesliga reichte es nie. Bis zum Karriereende 2001 bestritt er 325 Partien im Unterhaus – alle für Mainz, viermal ging es dabei gegen Oldenburg.

Zurückversetzt an sein Zweitliga-Debüt in Donnerschwee fühlte sich Klopp im Dezember bei der Gala des Fußball-Weltverbandes in Zürich. „Jupp Heynckes berichtete von seinem letzten Spiel als Trainer des FC Bayern, das ja in Mönchengladbach stattfand. Für ihn war es extrem emotional, weil er dort als Spieler groß geworden ist. In diesem Moment musste ich an mein erstes Spiel in Oldenburg zurückdenken, eine schöne Erinnerung“, erklärt er und formuliert einen Wunsch: „Vielleicht trifft man sich ja mal im DFB-Pokal wieder.“

In der nächsten Saison wird hieraus allerdings nichts. Der VfB, heute in der Regionalliga, verpasste das Ticket für die 1. Hauptrunde vor Kurzem durch das Halbfinalaus im Niedersachsen-Pokal. Aber womöglich klappt es ja in einer der kommenden Spielzeiten mit dem Einzug in den DFB-Pokal. Und vielleicht führt das Los Klopp und Oldenburg eines Tages tatsächlich wieder zusammen . . .