Bremerhaven - Vom krassen Außenseiter zum Playoff-Kandidaten: Die Fischtown Pinguins mischen Woche für Woche die Deutsche Eishockey Liga auf. Dies bekam erst am Mittwoch wieder der ERC Ingolstadt zu spüren, der den Bremerhavenern mit 2:3 nach Penaltyschießen unterlag.

Selten ist ein Neuling so furios und erfolgreich in die höchste Spielklasse gestartet. Vor dem Duell gegen die Kölner Haie an diesem Freitag (19.30 Uhr/Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz) haben die Bremerhavener als Tabellenneunter den Pre-Playoff-Rang fest im Blick – acht Punkte vor den Iserlohn Roosters, die unter dem Strich stehen.

„Das zeigt, dass wir im Sommer nicht viel falsch gemacht haben“, sagte Pinguins-Manager Alfred Prey am Donnerstag. An den Einzug in die Playoffs mag der 62-Jährige derzeit allerdings noch nicht denken. „Wir nehmen alles mit, was möglich ist“, betonte er: „Keiner weiß, was morgen ist. Allerdings bleiben wir Realisten. Wir wollen keine Euphorie entfachen, der wir nicht gerecht werden können.“

Heißt im Klartext: Je erfolgreicher die Pinguins in dieser Runde sind, desto größer wird die Erwartungshaltung in der Zukunft. Durch das tolle Auftreten der Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch hat die deutlich zahlungskräftigere Konkurrenz die Fischtown-Profis im Visier.

„Wir wollen doch noch einige Jahre in der DEL spielen“, sagte Prey. Um Spitzenspieler wie Jack Combs (13 Tore), Brock Hooton (11) oder Jordan Owens (8) zu halten, werden allerdings keine Fantasie-Gehälter gezahlt. „Es ist doch wie im Fußball. Wenn bei Werder Bremen ein Spieler durch die Decke geht, wird er auch mit großer Wahrscheinlichkeit in der nächsten Saison in München oder Dortmund spielen. So ist es auch bei uns“, erklärte Prey. Mit rund 3,5 Million Euro haben die Pinguins, die nur aufgrund des Rückzugs der Hamburg Freezers im Sommer in die DEL aufgestiegen sind, den kleinsten Etat der Liga.

Die kriselnden Eisbären aus Berlin haben mit rund elf Millionen Euro das dreifache Budget und sind in der Tabelle nur sechs Punkte entfernt. „Ich möchte gar nicht tiefstapeln, aber wir müssen auf dem Boden bleiben. Vielleicht wären die Playoffs daher für einen Aufsteiger noch einen Schritt zu groß“, sagte der Manager. Stürmer Corey Quirk ergänzt: „Es ist so oder so noch ein weiter Weg, es sind noch viele Matches zu spielen.“

Wenn die Pinguins aber weiter so aufspielen, sind sie ein heißer Anwärter auf die begehrten Plätze. Spitzenclubs wie München oder Köln haben die Kampfkraft des frechen Aufsteigers bereits zu spüren bekommen. Auch die Kölner Haie um den früheren NHL-Star Christian Ehrhoff werden sich beim Gastspiel an diesem Freitag warm anziehen müssen. Denn die Bremerhavener haben ihre Fans im Rücken – zu den bisherigen 17 Heimspielen kamen im Schnitt 4379 Zuschauer.

Ein Ausrufezeichen haben die Pinguins außerhalb des Eises schon gesetzt. Mit der Vertragsverlängerung von Coach Popiesch über 2017 hinaus bleibt der „wichtigste Baustein erhalten“, erklärte Prey.