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NWZonline.de Sport Fußball

Wache gibt sein Wissen weiter

28.01.2014

Darmstadt /Ovelgönne Das Tor lässt Dimo Wache nicht los. Seine Karriere als Fußballprofi hat der 40-Jährige, der aus Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch) stammt, vor dreieinhalb Jahren beendet. Seit rund einem Jahr ist der ehemalige Schlussmann nun für die Torleute des Drittligisten Darmstadt 98 verantwortlich. Und das mit Erfolg: Jüngst haben die drittplatzierten Darmstädter den Vertrag mit Wache als Torwarttrainer vorzeitig um zwei Jahre bis Mitte 2016 verlängert.

„Es war der Weg aus dem Tief in meinem Leben“, berichtet Wache über den Beginn der Tätigkeit im Dezember 2012. In jener Zeit hatte er den Tod seines Vaters zu verkraften, der einige Monate vorher gestorben war. Um seinem schwer erkrankten Vater zur Seite stehen zu können, hatte Wache zuvor sein Sportgeschäft in Mainz aufgegeben. Dieses hatte er sich für die Karriere nach der Profikarriere aufgebaut.

Dimo Wache applaudiert nach einem Spiel den Mainzer Fans (Bild von 2009). Er arbeitet nun als Torwarttrainer. BILD: dpa

Erfolgreiche Karriere im Profifußball trotz Diabetes

Dimo Wache (40) begann beim SC Ovelgönne mit dem Fußballspielen. Von einem seiner späteren Vereine, dem VfB Oldenburg, wechselte er 1990 im Alter von 17 Jahren zu Bayer Leverkusen. 1992 ging er zu Borussia Mönchengladbach und von dort 1995 zu Mainz 05. Dort wurde er zum Idol (der Club ernannte ihn nach dem Karriereende zum Ehrenspielführer), er hütete bis 2010 in der 2. Liga (300 Spiele) und der 1. Liga (74 Spiele) das Tor. Diese Profikarriere war nur mit eiserner Disziplin möglich, da Wache Typ-1-Diabetiker ist.

Die Aufgabe in Darmstadt brachte Wache dann die Lust auf Fußball zurück. „Wir haben die Defensivarbeit verbessert“, berichtet er über die Arbeit mit Darmstadts Cheftrainer, dem ehemaligen Nationalspieler Dirk Schuster (46/spielte zum Ende seiner Karriere auch zwei Jahre für den SV Wilhelmshaven). 19 Tore haben die Hessen in der laufenden Saison kassiert, nur Spitzenreiter 1. FC Heidenheim (13) weist einen niedrigeren Wert auf.

Dass die Darmstädter in dieser Saison so weit oben mitspielen und gute Chancen haben, in die 2. Liga aufzusteigen, macht Wache stolz. „Im vergangenen Sommer mussten wir innerhalb von 14 Tagen eine schlagkräftige Truppe für die 3. Liga formen“, erzählt er. Grund war, dass die sportlich abgestiegenen Darmstädter durch den Lizenzentzug für Kickers Offenbach plötzlich doch in der Liga blieben. Und dort kommt das Team in dieser Saison hervorragend zurecht. Waches wichtigster Schützling heißt dabei Jan Zimmermann (28). Er ist die Nummer eins im Tor der Darmstädter, die auf eine große Tradition zurückschauen: Von 1978 bis 1982 spielte der Club, der die heutigen Erstligisten Eintracht Frankfurt und Mainz 05 in unmittelbarer Nachbarschaft hat, in der Bundesliga.

Den Plan, irgendwann einmal einen Cheftrainer-Posten zu übernehmen, verfolgt Wache nicht. Wie so etwas klappen kann, hat er aber hautnah miterlebt: Wache spielte in Mainz mehrere Jahre mit Jürgen Klopp (46) zusammen, ehe dieser nach der aktiven Karriere die Mannschaft übernahm, 2008 zu Borussia Dortmund wechselte und aus dem BVB ein Spitzenteam formte.