WARRINGTON - Das deutsche Team bleibt ohne Punktverlust. Grings, Lingor
und Minnert treffen zum verdienten Erfolg.
Von Ulli Brünger
WARRINGTON - Die deutschen Fußball-Frauen bleiben bei der Europameisterschaft in England weiter ohne Punktverlust und haben zudem Frankreich aus dem Turnier geworfen. Inka Grings (72.), Renate Lingor (77./Foulelfmeter) und Sandra Minnert (83.) bescherten der bereits als Halbfinalist feststehenden Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zum Vorrundenabschluss gestern in Warrington den dritten Sieg im dritten Spiel.Dank des 3:0-Erfolgs vor 3835 Fans in Warrington über Frankreich sicherte sich der Titelverteidiger am Ende souverän den Sieg in der Gruppe B und trifft im Halbfinale am Mittwoch in Preston (19.30 Uhr/Eurosport) auf Finnland. In der zweiten Partie der Vorschlussrunde treffen am Donnerstag Schweden und Norwegen in Warrington aufeinander. Die Norwegerinnen hatten im letzten Gruppenspiel Italien mit 5:3 besiegt und Frankreich noch überholt.
Bundestrainerin Tina Theune-Meyer warnte davor, den EM-Debütanten Finnland zu unterschätzen: „Die finnischen Spielerinnen sind sehr athletisch und trainiert. Sie haben eine gute Raumaufteilung. Man muss sie erstmal schlagen.“ Ihrer Mannschaft attestierte sie gegen Frankreich eine gute Leistung: „Mit dem 1:0 im Rücken spielte es sich leichter, doch in der ersten Halbzeit haben wir uns im Spielaufbau schwer getan. Die Französinnen waren auf ein 0:0 aus und haben sich hinten verbunkert.“
Theune-Meyer vertraute im wesentlichen ihrer Stammformation, welche die beiden Siege gegen Norwegen (1:0) und Italien (4:0) eingefahren hatte. Für die verletzt nach Deutschland zurückgereiste Kerstin Stegemann verteidigte auf der rechten Seite Kerstin Garefrekes. Ihre offensive Position nahm Inka Grings ein. Für Britta Carlson rückte wieder ihre Potsdamer Clubkollegin Navina Omilade ins defensive Mittelfeld.
Vor den Augen des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger entwickelte sich von Beginn an eine abwechslungsreiche und flotte Partie, in der sich beide Teams gute Chancen erspielten. Ein Distanzschuss von Birgit Prinz (5.) verfehlte knapp das Ziel. Auf der Gegenseite zwang Louisa Necib (11.) Torhüterin Silke Rottenberg zu einer Glanzparade.
Sechs Minuten später hatten die rund 300 deutschen Schlachtenbummler den Torschrei auf den Lippen. Doch zunächst parierte Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi einen strammen Schuss von Prinz und wehrte auch gegen die nachsetzende Conny Pohlers (17.) gekonnt ab.
Bei Frankreich ging die größte Gefahr von der schnellen Necib aus. Dem Gegner hätte bereits ein Unentschieden genügt, um sicher in der Vorschlussrunde zu sein. Doch in den letzten 20 Minuten brachen die Französinnen ein und mussten nach den Toren von Grings, Lingor und Minnert die Heimreise antreten.
