Warrington - Mehr als 28 Jahre nach der Hillsborough-Katastrophe in Sheffield mit 96 Todesopfern haben fünf Angeklagte zum Prozessauftakt im britischen Warrington angekündigt, auf „nicht schuldig“ zu plädieren. Nach einer kurzen Anhörung am Mittwoch wurde der Fall an ein höheres Gericht in Preston verwiesen. Die Anhörung soll am 6. September stattfinden.
Vor dem Gerichtsgebäude in Warrington demonstrierten am Mittwoch mehrere Angehörige der Opfer und hielten Fotos hoch. „Ohne Verantwortung keine Gerechtigkeit“, war auf Plakaten zu lesen.
Polizeibeamte sowie Jurist Peter Metcalf sollen laut Staatsanwaltschaft durch Manipulationen und sonstiges Fehlverhalten die juristische Aufarbeitung der Katastrophe behindert haben.
Beim Fußball-Pokalspiel in Sheffield zwischen den englischen Clubs FC Liverpool und Nottingham Forest war am 15. April 1989 eine Massenpanik ausgebrochen. 96 Menschen starben, weil sie erdrückt oder niedergetrampelt wurden. Weitere 766 Fußballfans wurden verletzt. Nach jahrelangem Streit um die Schuldfrage entschied 2017 ein englisches Gericht, dass die Katastrophe kein Unfall war, sondern das die Polizei durch ihr Fehlverhalten eine Mitschuld trägt.
