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NWZonline.de Sport Fußball

Warum wir Underdogs so lieben

06.07.2016

Sie kommen von einer Insel aus Feuer und Eis. Haben komische Namen und rudern auch gern mal in Drachenbooten über den Atlantik. Diese Kicker aus Island, die im Jahr alle zusammen vielleicht gerade einmal so viel verdienen wie ein einzelner Weltstar, haben den Fußball-Millionären aus London und Lissabon mal kurz gezeigt, wo der Wikinger den Met holt.

Jogis Jungs können spielen wie Götter in Frankreich, trotzdem bleiben Aron Gunnarsson, Birkir Bjarnason und die anderen doch die „Europameister der Herzen“.

David hat Goliath besiegt. Und das nicht nur einmal. Wenn Underdogs gewinnen, jubelt die Menge. Das ist auf dem Platz nicht anders als in der Bibel. Ein Wayne Rooney kam an den grimmbärtigen Kleiderschränken aus dem Norden nicht vorbei. Und das mag ihn selbst am allermeisten verblüfft haben.

Psychologen sprechen von Erfolgsarroganz. Bei allem Respekt – aber würde Bayern München den VfB Oldenburg als Gegner ernst nehmen? Und doch gäbe es den Hauch einer Chance. Von solchen Paarungen lebt doch der gesamte Fußball.

Doch es geht um mehr. „Wir sind Wikinger und haben vor niemandem Angst“, bediente Ragnar Sigurdsson das Klischee der Horn-Helmträger. Und wünscht sich nicht jede(r) davon ein bisschen? Das Kuschen vor den Mächtigeren zu überwinden – und von allen dafür auch geliebt zu werden.

„Wir haben den Kids zu Hause die Hoffnung gegeben, dass so etwas möglich ist“, sagte Angriffsspieler Gylfi Sigurdsson. Niemand spricht mehr davon, dass der Vulkan Eyjafjallajökull Feuer und Asche spuckte und den Flugverkehr halb Europas lahmlegte, dass die Kaupthingbank 2008 eine Riesen-Pleite hinlegte, alle jubeln den Helden zu. Hurra, Island ist wer. Huh! Huh! Huh!

In Zeiten, wo Menschen nach der Masse ihrer Freunde bei Facebook bewertet werden, überzeugen die Nordmänner mit einem ehrlichen Spiel: Einer für alle, alle für einen. Und trainiert werden sie von einem Zahnarzt mit nicht gefärbten Haaren.

Auch wenn Island 100-mal weniger Einwohner hat als Cristiano Ronaldo Follower auf Twitter, haben die Wikinger den Superstar zum Heulen gebracht, denn es war beileibe kein Gel, das da vom Kopf von CR7 tropfte.

Schade, dass Wikingerhäuptling „Rote Locke“ nicht dem arroganten Zlatan Ibrahimovic, ein in der Wolle gefärbter Schwede, Beine machen konnte. Das zugegeben fußballerisch talentierte Großmaul hätte mal einen auf die Glocke verdient. Der Mann macht doch ständig einen auf dicke Hose, vielleicht kann er sein bestes Stück (oder was er so dafür hält) schon zu Lebzeiten als Spende für das Phallusmuseum in Reykjavik anmelden. Dann würde er berühmt für die Ewigkeit, für Jesus hält er sich ja jetzt schon.

Über ihren Ruhm muss sich die Truppe um Kapitän Aron schon jetzt keine Sorgen mehr machen. Premierminister Sigurdur Ingi Johannsson hat sie schon zum „nationalen Schatz” geadelt: Das Team, das aus dem Winter kam und in Frankreich sein ganz eigenes Sommermärchen schrieb.

Sie kehren zurück auf eine Insel voller Vulkane. Und sie haben Hunger auf mehr – die WM in Russland 2018.

Autorin dieses Beitrages ist Sabine Schicke. Die stellvertretende Leiterin der Stadtredaktion Oldenburg ist Fußball-Verweigerin, doch die Isländer nötigen ihr Respekt ab.

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