Bremen - Manager Thomas Eichin war nach dem siebten sieglosen Spiel von Werder Bremen in dieser Saison ausgesprochen genervt. „Ich beantworte keine Fragen zum Trainer“, sagte er nach dem 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg auf die Zukunft von Robin Dutt angesprochen. „Wir schaffen es momentan einfach nicht, dass das Pendel mal zu unseren Gunsten ausschlägt. Wir betreiben zu viel Aufwand, haben aber zu wenig Ertrag“, kommentierte Eichin das Remis. Nach dem verpassten Erfolgserlebnis gegen die ebenfalls noch sieglosen Freiburger rutschte sein Club auf den letzten Platz ab.
Vor 40 029 Zuschauern erwischte Dutts Team einen katastrophalen Start in die Partie. Vladimir Darida (8. Minute/Foulelfmeter) brachte die Badener früh in Führung. Franco di Santo (31.) sorgte jedoch noch vor der Halbzeit für den Ausgleich. „Zu Beginn der Partie war bei uns überhaupt keine Aggressivität. Vielleicht hat uns die Situation mental zu sehr beeinflusst“, sagte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic.
Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 44 Jahren gerät auch Dutt immer mehr unter Druck. In zwei Wochen droht bei Rekordmeister Bayern München die nächste Niederlage. Ob der Coach dann noch auf der Bank sitzen wird, ließ Eichin unkommentiert. „Jetzt geht es darum, zu analysieren, ob wir den Weg weitergehen können oder nicht. Ich bin aber fest von unserem Weg überzeugt“, sagte der Manager.
Der Elfmeter, der zur Führung der Gäste sorgte, war zweifelhaft. Freiburgs Stürmer Maximilian Philipp kam nach einem leichten Kontakt mit Sebastian Prödl zu Fall, was Schiedsrichter Knut Kircher für den Elfmeterpfiff genügte. Unbeeindruckt von den Protesten der Bremer verwandelte Darida (8.) den Strafstoß eiskalt zur verdienten Führung. „Es kam zu einem Zweikampf zwischen uns und er hat sich natürlich gefreut, dass es zu einer leichten Berührung kam“, kommentierte Prödl die Szene.
Hitzig ging es auch an der Linie zwischen Dutt und Freiburgs Coach Christian Streich zu. Nach 26 Minuten bat Kircher die beiden Trainer, die von 2007 bis 2011 gemeinsam in Freiburg gearbeitet hatten, zum Gespräch. Zuvor hatten sie sich ein hitziges Wortgefecht an der Linie geliefert. „Er hat uns gesagt, dass wir ruhig bleiben sollen. Aber es war gar nichts“, erklärte Streich, der sich mit seiner Mannschaft auf den 15. Tabellenplatz verbesserte.
Für Aufsehen auf dem Platz sorgte bis dato nur sein Team, das immer wieder von den unsicheren Bremern zu Kontern eingeladen wurde. Erst nach einer halben Stunde schlugen die Bremer zurück. Di Santo (31.) verwertete ein feines Zuspiel von Junuzovic zum Ausgleich, worüber sich sein Coach letztendlich nur bedingt freute. „Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Unentschieden. Es ist ärgerlich, dass es erneut nur ein Punkt ist“, sagte Dutt.
Denn in der zweiten Hälfte hatte seine Mannschaft mehr vom Spiel. Angetrieben vom lautstarken Publikum entfachten die Bremer immer wieder schnelle Angriffe, denen jedoch die letzte Konsequenz fehlte. Lediglich di Santo (77.) sorgte kurz für Jubel, sein Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung von Davie Selke aber nicht gegeben. „Das macht die Situation umso schwieriger. Wir müssen jetzt die freien Tage nutzen, um mental stärker zu werden“, sagte Junuzovic.
Die Zusammenfassungen der anderen Spiele
Der FC Bayern München geht als souveräner Spitzenreiter in die zweiwöchige Pause der Fußball-Bundesliga. Der deutsche Meister gewann am 7. Spieltag mit 4:0 (3:0) gegen Hannover 96 und liegt vor den Sonntagsspielen bereits vier Punkte vor 1899 Hoffenheim, das mit dem 2:1 (2:0)-Sieg gegen den FC Schalke 04 vorerst auf den zweiten Tabellenplatz kletterte. Bayer Leverkusen verlor durch das 2:2 (1:1) gegen Neuling SC Paderborn die Tuchfühlung zur Spitze.
Titelaspirant Borussia Dortmund ist in der Liga völlig von der Rolle. Die Westfalen verloren am Samstag mit 0:1 (0:1) gegen den Hamburger SV und blieben in der Liga zum vierten Mal nacheinander sieglos. Während der HSV seinen ersten Dreier in dieser Spielzeit bejubelte, müssen der neue Tabellenletzte Werder Bremen und der SC Freiburg nach ihrem 1:1 (1:1) darauf weiter warten.
Mit dem überzeugenden Erfolg gegen harmlose Hannoveraner gelang den Bayern die perfekte Einstimmung auf den für Sonntag geplanten Oktoberfestbesuch der Mannschaft. Nach Treffern von Robert Lewandowski (6./38. Minute) und Arjen Robben (13.) war die Partie schon vor der Pause entschieden. Elf Minuten vor Schluss rundete der Niederländer Robben den Erfolg mit dem vierten Treffer ab.
Drei Tage nach der vermeintlichen Trendwende mit dem 3:0 beim RSC Anderlecht versank Borussia Dortmund in der Liga noch tiefer in der Krise. Das 0:1 gegen den bis dahin sieglosen HSV besiegelte den schwächsten Saisonstart unter Coach Jürgen Klopp. Während der BVB bereits zehn Punkte hinter dem Erzrivalen aus München zurückliegt, gelang den Hanseaten im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Joe Zinnbauer der ersehnte Befreiungsschlag. Pierre-Michel Lasogga (35.) nutzte eine der Dortmunder Abwehrschwächen zum Siegtor.
Beim Wiedersehen mit seinem früheren Coach Roger Schmidt entführte der SC Paderborn trotz der Gelb-Roten Karte für Marvin Bakalorz (72.) einen Punkt aus Leverkusen. Der erstmals zum DFB-Kader zählende Karim Bellarabi bewahrte die Werkself in der 90. Minute vor der drohenden Niederlage, nachdem Moritz Stoppelkamp kurz zuvor das 1:2 gelungen war. Lars Bender (42.) traf nach Fehler von Gäste-Schlussmann Lukas Kruse zum Ausgleich. Auch dem 0:1 lag ein Torwartfehler zugrunde. Als Bayer-Keeper Bernd Leno einen Ball außerhalb des Strafraums verfehlte, nutzte Süleyman Koc (20.) dies zum Treffer für Paderborn.
Vier Tage nach dem ernüchternden 1:1 in der Champions League gegen Maribor ist die Stimmung bei Schalke 04 wieder auf dem Tiefpunkt angekommen. Mit dem 1:2 in Sinsheim verlor das ambitionierte Team von Jens Keller bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Darüber hinaus sah Joel Matip eine Viertelstunde vor Schluss auch noch die Gelb-Rote Karte. Tarik Elyounoussi (13.) und der frühere Schalker Adam Szalai (29.) sorgten dafür, dass sich die weiter ungeschlagenen Hoffenheimer weit oben in der Tabelle festsetzten. Klaas-Jan Huntelaar (83.) gelang nur noch eine Resultatsverbesserung.
