Bremen/Oldenburg - 89. Minute, ausverkauftes Bremer Weserstadion: Nils Petersen fällt im Strafraum. Felix Kroos legt sich den Ball auf den Elfmeterpunkt und verwandelt in die linke Ecke – 3:0 für Werder Bremen, die Fans feiern ausgelassen bei schönstem Sommerwetter ihren Fußball-Bundesligisten. Der klare Erfolg, er fällt nicht gegen irgendeinen klassischen Testspielgegner aus, sondern gegen den großen FC Chelsea, trainiert von José Mourinho, angeführt von Didier Drogba.

Das alles ist fast genau zwei Jahre her. Am 3. August 2014 war es, als Werder Bremen den Spitzenclub aus der englischen Premier League zur Saisoneröffnung am „Tag der Fans“ empfing und dabei eine Leistung zeigte, die Hoffnung auf eine solide Saison machte. Ein Trugschluss, denn weitere knapp drei Monate später war Werder nach nur vier Punkten aus den ersten neun Bundesliga-Spielen Letzter und in einer derart tiefen Krise, dass der damalige Trainer Robin Dutt entlassen und vom heutigen Coach Viktor Skripnik ersetzt wurde.

Nun kehrt der FC Chelsea zurück ins Weserstadion. Am Sonntag teilten die Bremer mit, dass die Londoner am 7. August (15 Uhr) als Ersatz für Lazio Rom einspringen. Der ursprünglich angesetzte Test gegen die Italiener war von Werder abgesagt worden, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass sich rechte Hooligans zu der Partie verabreden wollten. „Wir freuen uns, dass wir in so kurzer Zeit einen attraktiven Gegner für unser Saisoneröffnungsspiel gefunden haben“, betonte Geschäftsführer Klaus Filbry.

Werder pflegt schon seit Jahren seine guten Kontakte nach London. Nur so konnte im vergangenen Winter die Ausleihe von Papy Djilobodji zustandekommen. Mit dem Senegalesen, der sich nun erneut an der Stamford Bridge durchzusetzen versucht, wird es dementsprechend ein Wiedersehen geben.

Nicht nur bei den Bremern, bei denen die damaligen Protagonisten Petersen (jetzt SC Freiburg) und Kroos (Union Berlin) längst woanders spielen, hat sich das Gesicht des Teams im Vergleich zu der Partie von vor zwei Jahren inzwischen stark verändert. Chelsea gastiert an der Weser mit seinem neuen Coach Antonio Conte, der jüngst bei der EM in Frankreich mit der italienischen Nationalmannschaft erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen an der deutschen Elf gescheitert war. Im Kader der Londoner stehen zudem Stars wie der Belgier Eden Hazard, die Spanier Cesc Fabregas und Diego Costa oder der neu von Meister Leicester City verpflichtete Franzose N’Golo Kanté.

Für Werder wird die Partie ein Härtetest drei Wochen vor dem Ligastart beim FC Bayern (26. August). Auf ein 3:0 würden Skripnik und Co. aber sicher gern verzichten, wenn die neue Saison dafür ruhiger als die vergangenen beiden Spielzeiten verlaufen würde.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion