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NWZonline.de Sport Fußball

Versammlung: Werder macht erneut Verlust

17.11.2015

Bremen Die Zahlen waren schon vor einigen Wochen an die Öffentlichkeit gedrungen, jetzt ist es offiziell: Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat im vierten Jahr in Folge einen herben finanziellen Verlust erlitten. Das Minus der Profigesellschaft im vergangenen, am 30. Juni 2015 beendeten Geschäftsjahr, betrug 5,9 Millionen Euro. Das gaben die Bremer am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung bekannt.

Im Vorjahr lag das Minus der SV Werder Bremen GmbH & Co KG – einer hundertprozentigen Tochter des Vereins – bei 10,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital des Clubs ist damit fast aufgebraucht, es sank von 7,4 Millionen Euro auf inzwischen nur noch zwei Millionen Euro.

„Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir hin wollen“, gestand Klaus Filbry, Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, betonte aber zugleich: „Wir biegen bei der Konsolidierung mit Augenmaß auf die Zielgerade ein.“

Filbry, der die Zahlen gemeinsam mit Sportchef Thomas Eichin präsentierte, versuchte Optimismus zu verbreiten. So verkündete er, dass Werder mit 103,6 Millionen Euro Umsatz zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die 100-Millionen-Euro-Marke knackte, ohne in einem internationalen Wettbewerb vertreten zu sein: „Wir konnten uns in allen wichtigen Einnahmefeldern wie Spielbetrieb, Werbung, TV-Gelder und Transfergeschäfte steigern.“

Der Verlust sei auch auf die hohen Abfindungen für Ex-Trainer Robin Dutt oder die fortlaufenden Gehaltszahlungen an verliehene Profis wie etwa Eljero Elia verantwortlich. Darüber hinaus haben die Bremer weiter an den Kosten für das Weserstadion zu knabbern.

Den Sturz in die Schuldenfalle will Werder, das sich seit Jahren im sportlichen Mittelmaß befindet, unbedingt verhindern. Im kommenden Jahr peilen die Bremer die schwarze Null an, mit den Verlusten soll künftig Schluss sein, betonte Filbry: „Wir haben gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Wir haben die richtige Balance aus sportlicher Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und effizienter Ausgabepolitik gefunden.“

Die Führung des gemeinnützigen Sportvereins „Werder“ von 1899 e.V. präsentierte den Mitgliedern unterdessen einen leichten Jahresüberschuss von 236 000 Euro. Umgesetzt wurden 3,9 Millionen Euro, das Eigenkapital beträgt nun 12,7 Millionen Euro.

„Es freut uns, dass wir diese positiven Zahlen präsentieren können“, sagte Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald. Allerdings legte der gebürtige Vareler Pläne vor, die eine Erhöhung des Vereinsbeitrags vorsehen.


     www.nwzonline.de/werder 

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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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