Düsseldorf - Zlatko Junuzovic musste zunächst einmal Dampf ablassen. „Was in dieser Woche alles diskutiert wurde, war zum Teil nicht in Ordnung. Da wurden wir als SV Wehrlos bezeichnet, und in einer Düsseldorfer Zeitung war sogar zu lesen, dass Fortuna in die 2. Liga gehören würde, wenn sie gegen so eine Truppe wie die unsrige nicht gewinnt. Das ist alles absolut respektlos“, sagte Werder Bremens Mittelfeldrenner, bevor er sich dem 2:2 (1:1) bei Fortuna Düsseldorf widmete.

Dieses Unentschieden hatte sich eine Bremer Mannschaft erarbeitet, die aufgrund zahlreicher Ausfälle schon das letzte Aufgebot darstellte. Mit dem Zähler waren die im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga steckenden Bremer zufrieden.

„Wir haben zweimal zurück gelegen. Demnach war es ein gewonnener Punkt, der uns beim Kampf gegen den Abstieg weiter im Vorsprung lässt“, sagte Junuzovic. Der 25-Jährige hatte in der 16. Minute nach feiner Vorarbeit von Kevin de Bruyne das 1:1 erzielt, ehe Düsseldorfs Verteidiger Martin Latka nach einem scharfen Schuss von Marko Arnautovic ein Eigentor zum Endstand unterlief (70.).

Vielleicht wäre gegen den nicht erstmals zum Ende des Spiels hin stark abbauenden Aufsteiger sogar mehr drin gewesen. Bereits sechs Tore, die Punkte gekostet haben, mussten die Düsseldorfer in dieser Saison in den letzten zehn Minuten eines Spiels hinnehmen. Werder hingegen macht sich das Leben neuerdings mit frühen Gegentreffern schwer. „Unsere schnellen Rückstände sind pervers und frustrierend“, sagte Junuzovic.

Die Bremer wollten beim Aufsteiger endlich einmal ohne Gegentor bleiben. Das klappte nur 83 Sekunden lang, ehe Stefan Reisinger zur Düsseldorfer Führung traf. „So etwas trägt natürlich nicht gerade zur Sicherheit bei. Dabei hatten wir vor dem Spiel noch explizit darüber gesprochen“, kritisierte Werder-Manager Thomas Eichin.

Somit war es auch in der Pause Thema, dennoch traf die Fortuna wieder früh, und erneut durch Reisinger – dieses Mal nach 176 Sekunden. „Es ist wohl leider so, dass wir nicht darauf verzichten können, in Rückstand zu geraten“, sagte Trainer Thomas Schaaf. Damit bleibt Werder das einzige Team, dass in dieser Spielzeit auswärts noch nicht zu Null spielen konnte. Seit dem 0:0 in Kaiserslautern am 21. Januar 2012 gab es in der Fremde nun schon in 22 Partien immer mindestens ein Gegentor.

Dennoch war für Abwehrspieler Sebastian Prödl das Glas am Sonnabend eher halbvoll denn halbleer. „Düsseldorf bleibt hinter uns, Hoffenheim hat auch nicht gewonnen und die Spiele werden weniger. Wir haben weiterhin alles selbst in der Hand und mit dieser Situation sollten wir gut umgehen“, erklärte der 25-jährige Grazer und blickte bereits auf das Spiel gegen den VfL Wolfsburg am nächsten Sonnabend voraus. „Da kommen in Diego, Naldo und Klaus Allofs alte Weggefährten ins Weserstadion, aber auf dem Platz müssen wir sie unfreundlich empfangen. Das Spiel ist perfekt, um unsere Karre aus dem Dreck zu ziehen.“