Dortmund - Auch zwei Tore im Dortmunder Fußball-Tempel haben Werder Bremen nicht für einen unverhofften Punkt im Abstiegskampf gereicht. Das Team von Trainer Viktor Skripnik verlor am Sonnabend die Partie beim heimstarken Tabellenzweiten Borussia Dortmund trotz einer 2:1-Führung noch mit 2:3. Sechs Runden vor Schluss hat sich die brenzlige Situation der Bremer in der Bundesliga trotz einer ordentlichen Leistung eher verschärft. Der BVB kann hingegen vorzeitig für die neue Champions-League-Saison planen. Die Qualifikation ist den Borussen nun nicht mehr zu nehmen.

„Wir haben Dortmund alles abverlangt und gezeigt, was in uns steckt“, urteilte Werder-Kapitän Clemens Fritz: „Ich bin überzeugt, dass wir mit solchen Leistungen die Klasse halten.“ Ähnlich argumentierte Skripnik: „Jetzt kommen die Gegner, die mit uns auf Augenhöhe sind, gegen die wir unbedingt gewinnen müssen.“ Manager Thomas Eichin wollte nicht ohne Einschränkungen in das Lob einstimmen. „Grundsätzlich bin ich mit unserem Auftreten zufrieden, auch wenn man es konsequenter hätte zu Ende spielen müssen. Darüber ärgere ich mich“, stellte der frühere Profi fest. Denn die Bremer zogen sich zu früh zurück und versuchten in den letzten 13 Minuten, den Vorsprung zu verwalten.

Fünf Tage vor dem Europa-League-Spektakel gegen Jürgen Klopps FC Liverpool an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sport 1) zeigte der BVB keinen Gala-Auftritt. Die Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (53. Minute), Shinji Kagawa (77.) und „Joker“ Adrian Ramos (82.) wendeten aber die erste Heimniederlage in dieser Saison ab. Die Bremer Alejandro Galvez (69.) und Zlatko Junuzovic (74.) hatten mit ihren Toren vor 81 359 Zuschauern den Favoriten zwischenzeitlich geärgert.

Doch Dortmund zeigte Moral und gab dem Spiel erneut eine Wende. Damit bleiben die Borussen als bestes Rückrundenteam sogar auf Tuchfühlung zu Ligaprimus FC Bayern. Mit fünf Punkten Rückstand ist selbst der Titel noch möglich. „Wir treiben sie zur Höchstleistung“, kommentierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, aber an die Meisterschaft glaube er „nicht wirklich“.

Ob Weltmeister Mario Götze im Sommer nach dreijähriger Abwesenheit aus München zurückkehre, ließ Watzke offen. Darüber werde sich der Verein erst Gedanken machen, wenn der 23-Jährige auf dem Spielermarkt sein sollte. Die BVB-Fans, die Götze den Wechsel zu den Bayern nie verziehen haben, bezogen mit einem Transparent deutlich Position gegen eine Rückkehr: „Mailand oder Madrid – Hauptsache nicht Dortmund“.

Die Konzentration der Bremer gilt hingegen den wichtigen Heimspielen gegen Augsburg und Wolfsburg. Ob Torjäger Claudio Pizarro dann mithelfen kann, die dringend benötigten Punkte einzusammeln, ist ungewiss. „Es wird eng“, urteilte der verletzte Stürmer am Sonntag. Der Peruaner leidet unter einem Faserriss in der Bauchmuskulatur sowie einer Rippenprellung und musste bereits in Dortmund pausieren.