München/Bremen - Für die Fans von Werder Bremen hätte es kaum schöner sein können: Durch die 1:3-Niederlage des Hamburger SV in Augsburg haben die Bremer Fußballer am Sonntag den Klassenerhalt endgültig gesichert. Die Pleite des Lieblingsgegners beseitigte auch die letzten theoretischen Zweifel.

Manager Thomas Eichin saß wie die meisten Bremer am Sonntagnachmittag vor dem Fernseher und sagte danach: „Schön, dass es jetzt geklärt ist.“

Eichins Emotionen gingen allerdings nicht hoch angesichts der Hamburger Niederlage. „Es gibt keinen Grund, etwas zu feiern“, betonte der 47-Jährige. Er will, dass die Mannschaft weiter kämpft und „möglichst alle Punkte holt“.

Trainer Robin Dutt war einer der wenigen Bremer, der das Spiel nicht vor dem Fernseher sah. „Ich habe es nicht geschaut, ich habe gerade erst das Ergebnis erfahren“, berichtete der Bremer Trainer und gab sich nüchtern: „Wir werden jetzt keine Korken knallen lassen.“

Für die Werder-Anhänger war es dank des HSV ein versöhnliches Wochenende, denn die Bayern konnte das Team am Vortag nur eine Halbzeit lang ärgern. Mehr war für die Bremer nicht möglich, weil die Münchner nach der Pause aufdrehten und ihre Schwächen in der Defensive mit weiteren Toren überspielten. „Wenn du hier mit einer 2:1-Führung in die Pause gehst, hoffst du natürlich, dass du am Schluss etwas mitnimmst“, kommentierte Dutt das 2:5: „Am Ende ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen, weil meine Mannschaft das lange gut gemacht hat.“

Der Rekordmeister drehte die Generalprobe für das Champions League-Rückspiel gegen Real Madrid an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) dank des ehemaligen Bremers Claudio Pizarro (53. Minute/57.), Bastian Schweinsteiger (61.) und Arjen Robben (74.). Zuvor hatte in der ersten Halbzeit nur Franck Ribéry (20.) getroffen und seinen Formanstieg untermauert. „Tore aus dem Nichts“, nannte Dutt die Treffer im zweiten Durchgang.

Die Werder-Tore von Theodor Gebre Selassie (10.) und Aaron Hunt (36.) zur überraschenden Pausenführung waren gegen die spät anstürmenden Bayern zu wenig, aber dennoch gekonnt. Beim ersten Treffer durch Gebre Selassie auf Zuspiel von Cedrick Makiadi konnte sich die FCB-Defensive nach einem Ballverlust in der Werder-Hälfte nicht mehr richtig formieren. Der Tscheche schloss eiskalt gegen Manuel Neuer zu seinem ersten Saisontor ab. Beim 2:1 für Werder ließ Hunt den schon in Madrid unglücklich spielenden Jérome Boateng mit einer simplen Täuschung ins Leere laufen: Der Bremer Angreifer zog nach innen und überwand Neuer.

„Leider sind wir in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr so gut in die Zweikämpfe gekommen und nur noch hinterhergelaufen“, kommentierte Kapitän Clemens Fritz: „Dann ist es gegen die Bayern natürlich schwierig.“