Stuttgart/Oldenburg - Schalke unentschieden, Augsburg, Hoffenheim, Frankfurt und Dortmund allesamt verloren – die Konkurrenz patzte reihenweise und so hätte es im Rennen um die zur Europa League berechtigenden Plätze das perfekte Wochenende für Werder Bremen werden können. Doch der Fußball-Bundesligist verpasste zum Abschluss des 28. Spieltages am späten Sonntagnachmittag beim Tabellenschlusslicht VfB Stuttgart den erhofften Erfolg, der Werder auf Platz sieben gehievt hätte. Nach dem 2:3 (0:1) bleibt die Mannschaft von Trainer Viktor Skripnik mit 35 Punkten auf dem neunten Rang. Stuttgart verbesserte sich indes dank des Dreiers auf den vorletzten Platz und übergab die rote Laterne an den Hamburger SV.
Christian Gentner brachte die auch spielerisch überzeugenden Stuttgarter vor 51 330 Zuschauern in Führung (15. Minute). Der eingewechselte Davie Selke glich mit seinem siebten Saisontor (50.) zwischenzeitlich aus. Dann wurde es dramatisch: Daniel Ginczek (70.) schoss Stuttgart nach vorne, Martin Harnik flog wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz (84.). Jannik Vestergaard (86.) nutzte die Überzahl zum erneuten Ausgleich für Werder, doch Ginczek traf in der Nachspielzeit zum VfB-Sieg.
„Das dritte Tor enttäuscht mich. Stuttgart war bissiger, hat seine Chance genutzt, wir hätten zum Schluss cleverer sein müssen“, sagte Skripnik, der dann bereits den Blick auf das Nordduell gegen dem Hamburger SV am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) richtete. „Wir müssen das abhaken und uns auf das Derby konzentrieren.“
Stuttgart begann engagiert und setzte Bremen sofort unter Druck. Das wurde belohnt, als Gentner nach unglücklicher Abwehr von Janek Sternberg per Volleyschuss aus 20 Metern sehenswert traf. Sturmspitze Ginczek (23.) und vor allem der frühere Bremer Harnik (35.) hätten erhöhen können. Werder kam vor der Pause kaum gefährlich vor das Stuttgarter Tor.
Bereits zur Pause reagierte Skripnik und nahm den wirkungslosen Fin Bartels aus der Partie. Ihn ersetzte Selke. Und der Trainer bewies damit ein glückliches Händchen. Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung köpfte der Angreifer zum Ausgleich ein. Vorangegangen war eine mustergültige Flanke von Clemens Fritz.
Stuttgart wurde nun nervöser und brauchte einige Zeit, um sich zu fangen. Werder konnte diese Phase aber nicht konsequent ausnutzen. Dann war es erneut Harnik, der gleich zwei herausragende Möglichkeiten vergab (61./62.). Vor dem 1:2 durch Ginczek leistete sich Werder-Torwart Rafael Wolf einen unnötigen und zugleich unglücklichen Ausflug, den Harnik mit seiner Vorlage zu Ginczeks Tor ausnutzte.
Werder glich zwar noch einmal aus, doch ausgerechnet Torschütze Vestergaard sah beim 2:3 in der Nachspielzeit unglücklich aus.
