Dortmund - Bewegende Momente mit traurigen Siegern und tröstender Beifall der Fans in einer einzigartigen Atmosphäre prägten einen außergewöhnlichen Abend. „Unglaublich“, „Wahnsinn“ und „Stolz“ waren die meistgebrauchten Ausdrücke nach dem spektakulären wie unglücklichen Abschied von Borussia Dortmund aus der Champions League.
„Wir hätten eine der größten Sensationen in der Fußball-Geschichte schaffen können. So war es nur ein herausragender Abend, von dem ich noch lange erzählen werde“, sagte Abwehrspieler Mats Hummels nach dem 2:0-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid.
Am Ende fehlte eine Portion Glück und nach dem 0:3 im Hinspiel zumindest ein Treffer für die Verlängerung. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war überzeugt: „Wenn wir das 3:0 gemacht hätten, wäre Real erledigt gewesen.“
Derweil bedankte sich Torhüter Roman Weidenfeller, der mit einem gehaltenen Elfmeter von Angel di Maria (17. Minute) den Startschuss für eine leidenschaftliche Aufholjagd gab, beim „besten Publikum Europas“. Kevin Großkreutz sagte: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin stolz, ein Teil dieses Clubs und dieser Mannschaft zu sein.“
Die Beteiligten waren sich bei aller Dominanz mit den beiden Toren von Marco Reus (24. und 37.) und den folgenden vergebenen Großchancen einig: Den möglichen Einzug ins Halbfinale hat die Borussia in Madrid verspielt. „Uns fehlte das Auswärtstor. Möglichkeiten hatten wir auch im Hinspiel genügend“, erinnerte Weidenfeller an das 0:3 vor einer Woche.
Die Mannschaft widerlegte alle Bedenkenträger, die befürchtet hatten, Trainer Jürgen Klopp wolle das Spiel mit Blick auf das Liga-Spiel am Sonnabend (18.30 Uhr) bei Bayern München und dem DFB-Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg abschenken. Doch das Gegenteil war der Fall. „Ich glaube, dass die Spieler von Madrid in ihrer Karriere noch nicht so oft an die Wand gespielt wurden wie heute“, sagte Hummels.
Den Dortmundern bleibt als Trost eine Einnahme von rund 45 Millionen Euro aus der Champions League. Die endgültige Abrechnung steht noch aus.
Am Tag nach dem Ausscheiden gaben die Dortmunder eine lang erwartete Personalentscheidung bekannt. Zur neuen Saison kommt der Kolumbianer Adrian Ramos von Hertha BSC zur Borussia. Der 28-jährige Stürmer, der den zu Bayern München wechselnden Robert Lewandowski ersetzen soll, erhält einen Vierjahresvertrag. Als Ablösesumme sind zehn Millionen Euro im Gespräch. Ramos liegt in der Bundesliga-Torschützenliste mit 16 Treffern auf Rang drei hinter Mario Mandzukic (Bayern München) und Robert Lewandowski (je 17).
