Amsterdam - Heiko Westermann hatte schon so eine Vorahnung. „Ich habe es ein bisschen kommen sehen“, sagt der 27-malige Nationalspieler: „Ich habe schon vorher zu allen gesagt: Wir kriegen bestimmt Schalke.“

Als es am 17. März so kam und das Los Westermanns neuen Club Ajax Amsterdam und seinen Ex-Verein Schalke 04 für das Europa-League-Viertelfinale zusammenführte, habe er sich „sehr gefreut“, versichert der 33-Jährige. Zwar sei Schalke ein schwieriger Gegner, aber leichte gebe es in einem Europacup-Viertelfinale nicht. „Und dann“, sagt Westermann, „spiele ich doch lieber solche Partien, in denen es richtig prickelt“.

Die Sache hat nur einen Haken: Westermann wird wahrscheinlich gar nicht spielen. Weder im Hinspiel an diesem Donnerstag (21.05  Uhr/Sport 1) in den Niederlanden noch eine Woche später auf Schalke. „Zurzeit ist es schwierig für mich“, sagt der Innenverteidiger, der seit dem Wechsel im Sommer von Betis Sevilla erst sechs Pflichtspiele für die erste Mannschaft absolvierte.

Bereut hat er den Wechsel dennoch nicht. Es habe vor der Saison eine Absprache mit Trainer Peter Bosz gegeben. Der wollte Westermann, um Erfahrung in die extrem junge Mannschaft zu bringen. Nur: Die Jungen entwickelten sich extrem gut, der Routinier wird kaum benötigt. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, ein paar Spiele mehr zu machen“, erklärt er: „Aber welcher Trainer wechselt, wenn eine eingespielte Mannschaft alles gewinnt? Für mich ist es trotzdem eine Super-Erfahrung. Ich bekomme hier sehr viel mit von der Ajax-Schule und habe viel mit jungen Leuten zu tun.“ Ein vorzeitiger Abschied aus Amsterdam ist deshalb auch nicht angedacht: „Ich habe auch eine Familie und kann nicht jedes Jahr umziehen. Die Kinder haben hier Freundschaften geschlossen.“

Gegen die Gelsenkirchener erwarte Westermann „ein großes Wiedersehen“, in dem er keinen ausdrücklichen Favoriten sieht. „In der Liga haben sie Probleme, aber in Europa haben sie durchgehend gut gespielt“, sagte er über Schalke. Westermann spielte von 2005 bis 2015 insgesamt zehn Jahre in der Bundesliga – und davon auch fünf Saisons für den Hamburger SV.