Von ole rosenbohm
Frage:
Sind Sie immer noch sauer über das Urteil des DFB-Sportgerichtes?
Schmidt:
In der Tat – auch wenn das Urteil nicht überraschend kam. Falk wollte anhand einer genaueren Probe nachweisen, dass er keine leistungssteigernden Mittel genommen hat. Finasterid hat ja nur eine maskierende Wirkung. Das wurde vom DFB nicht zugelassen mit dem Hinweis, das Doping sei ja nachgewiesen. Ich verstehe nicht, warum man ihm diese Chance nicht gegeben hat.
Frage:
Obwohl Sie der Meinung sind, der Spieler habe nichts Unrechtes gemacht, haben Sie ihn aus dem Vertrag entlassen. Warum?
Schmidt:
Schindler darf seinen Beruf nicht ausüben, und wir müssen jetzt schauen, ob wir Ersatz verpflichten. Es ist wie bei einem LKW-Fahrer, der seinen Führerschein verliert – eine wirtschaftliche Entscheidung. Wir stehen aber ansonsten voll hinter dem Spieler.
Frage:
Das Sportgericht hat bei Dopingvergehen einen Spielraum zwischen sechs und 24 Monaten Sperre für den Sünder. Nur ein halbes Jahr ist da doch fast ein kleiner Erfolg . . .
Schmidt:
Nein, ist es nicht. Schindler hat nur versäumt auf die Dopingliste zu schauen, aber kein leistungssteigerndes Mittel eingenommen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, aber durch den Punktabzug ist gleich die ganze Mannschaft betroffen.
Frage:
Das heißt, Sie werden den Weg durch die Instanzen der ordentlichen Gerichte beschreiten?
Schmidt:
Das müssen wir gründlich prüfen. Wir werden alles tun, um dem Spieler zu helfen. Er kann wegen einer relativ kleinen Geschichte plötzlich seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Engelbert Schmidt (Bild), Präsident von Fußball-Regionalligist Kickers Emden, verteidigt die Entlassung Falk Schindlers. Dieser war wegen Dopings für sechs Monate gesperrt worden.