Köln - 99 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft (12. Juni bis 13. Juli) in Brasilien experimentieren die WM-Starter an diesem Mittwoch in hochkarätigen Testspielen. Im Blickpunkt steht vor allem Diego Costa (25). Der Torjäger von Atlético Madrid gibt sein zweites Länderspieldebüt in einem Jahr. Zuerst lief er für Brasilien auf, jetzt für Spanien gegen Italien im Duell der beiden vergangenen Weltmeister.

„Ich wollte unbedingt dieses Trikot tragen und werde es vollschwitzen“, sagte der gebürtige Brasilianer vor dem Auftritt in seinem Wohnzimmer, dem Stadion Vicente Calderón in Madrid: „Das ist ein Traumdebüt.“ Costa befindet sich in bestechender Form und erzielte in dieser Saison bereits 27 Pflichtspieltore. Da er für Brasilien nur in zwei Testspielen zum Einsatz kam, ist der Wechsel in die spanische Mannschaft möglich.

Jüngeren Spielern eine Chance geben wollen derweil Didier Deschamps und Louis van Gaal vor der Partie Frankreich gegen Niederlande in Paris. Zum Duell zwischen den FC-Bayern-Profis Franck Ribéry und Arjen Robben wird es dabei aber vermutlich nicht kommen. Während der Franzose nach seiner Gesäß-Operation und vor dem geplanten Bundesliga-Comeback zumindest auf einen Kurzeinsatz hofft, muss Clubkollege Robben wegen einer Oberschenkelzerrung vermutlich passen.

Ebenfalls nicht mitwirken kann Robert Lewandowski in der polnischen Nationalelf beim Spiel gegen Schottland. Der Angreifer von Borussia Dortmund reiste mit Knieproblemen ab. Ob er am Sonntag mit dem BVB beim SC Freiburg antreten kann, ist noch offen.

Deutschlands erster WM-Gegner Portugal will am Abend gegen Kamerun Alternativen zu seinem bewährten Stammpersonal testen. Zu diesem Zweck berief Trainer Paulo Bento neben seinen Stars Cristiano Ronaldo oder Pepe (beide Real Madrid) auch einige völlig unbekannte Spieler wie die beiden Stürmer Ivan Cavaleiro von Benfica Lissabon und Edinho vom türkischen Club Kayseri Erciyesspor in sein Aufgebot für das Spiel gegen die Mannschaft von Volker Finke.

Vor einer pikanten Aufgabe steht Jürgen Klinsmann mit dem Team der USA, nach Ghana (testet gegen Montenegro) dritter deutscher Gruppengegner. Wegen der Krim-Krise müssen die Amerikaner für das Testspiel gegen die Ukraine nach Zypern ausweichen. Erst am Dienstagmorgen bestätigten die Ukrainer dem US-Verband, dass sie überhaupt antreten werden. Fußball ist zurzeit mehr denn je nur Nebensache in diesem zerrissenen Land. Klinsmann hofft derweil auf wichtige Erkenntnisse für die WM-Vorbereitung mit den USA.