Bremen/Oldenburg - An das Hinspiel bei 1899 Hoffenheim erinnert sich Raphael Wolf noch sehr gut. Am 30. November 2013 feierte der Torwart von Werder Bremen im Kraichgau sein Debüt für die Grün-Weißen in der Fußball-Bundesliga – und kassierte gleich vier Treffer.

„Natürlich stellt man sich das erste Spiel anders vor, aber man kann es nicht ändern“, sagt der 25-Jährige: „Es hat trotzdem Spaß gemacht.“ Den will er an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) im Rückspiel im Weserstadion auch wieder haben – dann allerdings, ohne erneut so oft hinter sich greifen zu müssen.

Der als Ersatzmann in die Saison gestartete Wolf rückte in der Schlussphase der Hinrunde für den unglücklich agierenden Sebastian Mielitz in die Bremer Startformation. Nach einem holprigen Beginn stabilisierte er sich und wurde in diesem Jahr zum Rückhalt seiner Mannschaft.

Seitdem absolvierte der gebürtige Münchner, der 2012 vom österreichischen Bundesligisten Kapfenberger SV an die Weser gekommen war, 17 Spiele als die neue Nummer eins (vier Siege, sechs Unentschieden, sieben Niederlagen) und spielte dabei sechsmal zu Null; dreimal sogar in Folge. In den insgesamt 1530 Spielminuten kassierte er 28 Treffer – also etwa alle 54,5 Minuten einen.

Dieses Statistik beeindruckte Robin Dutt so sehr, dass er sich schon jetzt auf Wolf als unumstrittenen Stamm-Keeper für die kommende Spielzeit festlegte. „Raphael hat sich einen Vorsprung erarbeitet. Er geht als Nummer eins in die neue Saison“, kündigte der 49-jährige Trainer an und vermied damit schon jetzt eine erneute Torwartdiskussion.

Ende November vergangenen Jahres endete die Partie in Hoffenheim spektakulär 4:4. Philipp Bargfrede erzielte in der turbulenten Schlussphase den Ausgleich – und Wolf konnte doch noch zufrieden sein. „Wichtig war, dass wir in diesem Spiel einen Punkt mitgenommen haben“, lobt der Schlussmann rückwirkend die kämpferische Leistung und die gute Moral des Teams.

Gegen die Hoffenheimer wünscht sich Wolf diesmal dennoch mehr als einen Zähler – um die Sieglosserie im eigenen Stadion endlich zu beenden. Denn die Bremer gewannen nur eins ihrer letzten sieben Heimspiele: am 1. März mit 1:0 im 100. Nordderby gegen den Hamburger SV.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)