WOLFSBURG - Erst ein fragwürdiger Elfmeter, dann Glück beim eigenen Handspiel und am Ende ein schmeichelhafter Sieg: Der VfL Wolfsburg liegt in der Fußball-Bundesliga weiter auf Titelkurs. Trainer Felix Magath kam der glückliche 2:1 (1:1)-Erfolg seiner „Wölfe“ gegen Bayer Leverkusen gerade recht, um weiter den Außenseiter im Meisterschaftsrennen zu spielen.

„Der FC Bayern wird Meister. Ein 1:0 ist das, was die Bayern auszeichnet: Das Ergebnis zu erzielen, das sie brauchen. Sie kommen nach einer 1:0-Führung nicht so in Schwierigkeiten wie wir“, sagte Magath mit Blick auf den Sieg seines Ex-Clubs bei Arminia Bielefeld. Und obwohl der Tabellenführer mit dem zehnten Sieg in Folge den Bundesligarekord innerhalb einer Spielzeit von Borussia Mönchengladbach (1986/87) einstellte, war beim VfL weiter Zweckpessimismus angesagt. Torjäger Grafite, der seine Saisontreffer 21 und 22 erzielte, ließ sich nicht aus der Reserve

locken: „Unser Ziel bleibt ein Platz unter den ersten Fünf. Wenn wir das erreichen, sind wir glücklich.“

Dabei hatte gerade der Brasilianer gezeigt, wie man ein Spiel gegen einen ebenbürtigen Gegner für sich entscheiden kann: In der 23. Minute setzte der 30-Jährige im Leverkusener Strafraum zum Laufduell mit seinem Gegenspieler Manuel Friedrich an, kämpfte sich unter Einsatz seines ganzen Körpers an dem Verteidiger vorbei und fiel – nach Meinung von Schiedsrichter Jochen Drees elfmeterwürdig. Grafite ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte seinen siebten Elfmeter der Saison gewohnt

sicher.

Dennoch gerieten die Gastgeber vor 29 500 Zuschauern auch nach der Führung wieder unter Druck und kassierten durch Toni Kroos den Ausgleich (53.). Doch Grafite wäre nicht Grafite, wenn er nicht aus seinen wenigen Chancen Kapital schlagen würde. Und so gab er dem Spiel doch noch die Wendung zu Gunsten des VfL (85.).

Und das Glück des VfL war noch nicht aufgebraucht: In der Nachspielzeit übersah Drees ein Handspiel von Jan Simunek im Strafraum.

Leverkusen indes bleibt kaum Zeit zum Ausruhen. Schon am Dienstag (20.30 Uhr/ARD) empfängt Bayer im Halbfinale des DFB-Pokals den Zweitligisten FSV Mainz.