WOLFSBURG - Aufregung beim 1. FC Köln: Als die Spieler des Fußball-Bundesligisten am Montagmorgen von einem Waldlauf auf das Trainingsgelände zurückkehrten, trauten sie beim Anblick eines Schriftzuges ihren Augen nicht. „Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot“, stand in einer Länge von 20 Metern auf einer Werbebande. Fans hatten den Spruch offenbar in der Nacht aufgesprüht und somit auf die 1:4-Niederlage beim VfL Wolfsburg reagiert.

Mannschaft und Trainer des Tabellen-14. reagierten mit Kopfschütteln. „Das hat mich geschockt. Das hat nichts mit Kritik zu tun“, sagte Trainer Frank Schaefer. Auch Kapitän Lukas Podolski hatte kein Verständnis: „Das sind keine Fans. Das hat mit Menschenverstand nichts zu tun.“

Am Nachmittag distanzierten sich die etwa 200 Teilnehmer der Fan-Demo „Pro Schaefer“ von den Drohungen. Die Anhänger übermalten den Spruch und lenkten die Kritik in Richtung Präsident Wolfgang Overath. „Mobbing, nein Danke. Vorstand raus!“, stand auf Spruchbändern der Fans.

Besser ist die Stimmung beim VfL Wolfsburg. Der Tabellen-16. feierte den ersten Sieg im fünften Spiel unter Trainer Felix Magath wie eine Initialzündung zur Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga. Es sei „das erste Mal“ gewesen, so Magath, dass die Mannschaft erkannt habe, im Abstiegskampf zu stecken. Zugleich ermahnte er sein Team, die Dinge nach einem positiven Erlebnis nicht wieder schleifen zu lassen. „Der Abstiegskampf wird bis zum letzten Spieltag gehen, und wenn wir nachlassen, geht er noch zehn Tage länger“, sagte Magath mit Blick auf eine mögliche Relegation gegen den Dritten der Zweiten Liga.

Die fast schon als gerettet angesehenen Kölner waren am Boden zerstört. Die sofortige Demission des Trainers, der nach der Saison freiwillig aufhört, schloss Sportdirektor Volker Finke zwar aus, eine Garantie dafür, dass Schaefer auch am Sonnabend gegen Bayer Leverkusen noch auf der Bank sitzt, wollte er aber nicht abgeben.

Geholfen hat dem Verein der angekündigte Rücktritt des Trainers nicht. Das 1:4 nach jeweils zwei Toren von Mario Mandzukic (14. und 39. Minute) sowie Ashkan Dejagah (58./88.) und dem Ehrentreffer von Sebastian Freis (40.) war durchaus verdient.