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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball-Wm: Engländer wollen mal positiv überraschen

18.06.2018

Wolgograd Für Englands Stürmerstar und Kapitän Harry Kane kommt Tiefstapeln vor dem WM-Auftakt gegen Tunesien nicht in Frage. „Man geht in jedes Turnier und jedes Spiel und versucht, es zu gewinnen“, sagte Kane der Deutschen Presse-Agentur. „Das wird sehr schwer, da sind eine Menge wirklich guter Teams im Turnier, aber ich sag’ hier doch nicht, dass mir das Viertelfinale oder das Halbfinale reicht. Da würde ich lügen. Ich will die WM gewinnen.“

Sehnsucht beim Gegner

Beim Gegner Tunesien ist die Sehnsucht nach dem ersten WM-Erfolg seit 40 Jahren und dem ersten Achtelfinal-Einzug in der Geschichte der Nordafrikaner groß. „Meine Spieler kennen ihre Qualitäten und unser Ziel“, sagte Trainer Nabil Maaloul, der als Profi unter anderem bei Hannover 96 spielte. Die Tunesier träumen sogar vom Viertelfinale, sind aber gegen England und Mitfavorit Belgien zunächst klarer Außenseiter in der Gruppe G.

Das Erreichen des Viertelfinales würde wohl auch auf der Insel als Erfolg gewertet werden. Die englischen Fans haben nach Jahren der Enttäuschung geringe Ansprüche. Ihre Erwartungen sind – nach dem Vorrunden-Aus der Three Lions bei der WM 2014 und dem peinlichen Scheitern im EM-Achtelfinale 2016 gegen Island – ungewohnt niedrig. Für das Team von Trainer Gareth Southgate könnte das ein Vorteil sein. Über viel Druck können sich die Spieler nicht beklagen.

Southgate hat seine Mannschaft deutlich verjüngt. Der Coach setzt eher auf die talentierte Jugend als auf erfahrene Kräfte. Das beste Beispiel dafür ist Torwart Jordan Pickford. Der 24-Jährige hat erst drei Länderspiele auf dem Konto und löst nach einer starken Saison beim FC Everton wohl die langjährige Nummer eins Joe Hart (31) ab. Zumindest die Trikotnummer hat Pickford schon. Hart wurde von Southgate hingegen ganz aussortiert.

Ohne Rooney ins Turnier

Auch der englische Rekordstürmer und frühere Kapitän Wayne Rooney, der seit 2002 bei jedem großen Turnier im Kader stand, ist nach seinem Rücktritt im vergangenen Jahr nun erstmals nicht mehr dabei.

Kurz vor dem Turnier machten sowohl England als auch Tunesien einen guten Eindruck. England schlug Nigeria (2:1) und überzeugte besonders beim 2:0-Sieg gegen Costa Rica. Die technisch versierte Mannschaft Tunesiens hatte erstaunlich gut mit Europameister Portugal (2:2) und Ex-Weltmeister Spanien (0:1) mitgehalten.

„England ist ein schwieriger Gegner, aber wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir gewinnen“, sagte Torjäger Wahbi Khazri, der die Adler von Karthago am Montag auf das Feld führen soll. Der Afrikameister von 2004 verzichtet auf die Ex-Bundesliga-Profis Änis Ben-Hatira und Aymen Abdennour. Coach Maaloul setzt verstärkt auf Profis aus arabischen Ligen.

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