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NWZonline.de Sport Fußball

Zobel bestürzt über Gewaltexzess

03.02.2012

PORT SAID Den ägyptischen Fußball kennt er wie kaum ein Zweiter in Europa. Seit 1998 machte Rainer Zobel dort Station und trainierte verschiedene Vereine im Land am Nil. Auf die blutigsten Unruhen der ägyptischen Fußballgeschichte reagierte er am Donnerstag mit Bestürzung: „Es war ein Schock, es war deprimierend“, sagte der ehemalige Bundesligaprofi, der seine Karriere beim VfL Bad Zwischenahn begann.

Tumulte hautnah erlebt

Nach dem Spiel zwischen den rivalisierenden Clubs Al-Masri und der Gastmannschaft Al-Ahli aus Kairo waren am Mittwochabend in Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen, rund 1000 wurden verletzt. „Ich wusste, dort sind Menschen, die ich noch kenne“, sagte Zobel, der mit dem Traditionsclub Al-Ahli von 1998 bis 2000 drei Meisterschaften feierte.

Unruhen und Tumulte im Umfeld des Fußballs hat Zobel in Ägypten selbst hautnah erlebt, doch hätten die Krawalle eine neue Dimension erreicht. „Die Fanszenen sind eigentlich friedlich. Doch auch wenn man nicht pauschalisieren soll, kennen viele Ägypter keine Grenzen, wenn sie Teil einer Masse sind“, berichtete der 63-Jährige der Zeitschrift „11 Freunde“ aus eigener Erfahrung. Der Teambus von Al-Ahli sei einmal von „faustgroßen Steinen“ nach einem Auswärtsspiel völlig zertrümmert worden.

„Ich weiß, dass es eine latente Feindschaft zwischen den großen Clubs aus Kairo, wie Al-Ahli, und den Hafenvereinen am Kanal gibt“, erläuterte Zobel. Einen politischen Hintergrund der aktuellen Ausschreitungen wolle er nicht ausschließen, warnte aber vor Schnellschüssen: „Ich finde es voreilig, jetzt schon darüber zu urteilen.“

Die Fans von Al-Ahli hatten während des Aufstandes gegen Präsident Mubarak vor einem Jahr die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz unterstützt. „Die Ultras waren die Speerspitze der Opposition“, verdeutlichte Zobel. Die Passivität der Sicherheitskräfte in Port Said spreche daher wiederum für einen Racheakt.

Niederlage für Ägypten

Von einer „Riesen-Niederlage“ für das Land sprach derweil Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner. Der ehemalige Coach von Werder Bremen (1996-97) hatte Al-Ahli von 2000 bis 2001 ebenfalls trainiert. „Auch zu meiner Zeit ist das immer wieder vorgekommen, weil die Sicherheit nicht so gegeben ist“, sagte Dörner. Er sei damals regelmäßig mit Armee-Eskorten zum Stadion gefahren.

Um die Opfer trauerte auch Stürmer Mohamed Zidan von Mainz 05. „Die Nachrichten und die Bilder erschüttern mich“, sagte der Profi. Al-Masri ist der Heimatverein des einzigen Ägypters in der Bundesliga. „Meine Gedanken sind bei den Opfern.“ Sofern die Deutsche Fußball Liga ihm die Erlaubnis erteilt, möchte Zidan im Auswärtsspiel seiner neuen Mannschaft an diesem Sonnabend bei Schalke 04 mit einem Trauerflor auflaufen.

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