Berlin - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat die Rolle von WM-Gastgeber Katar im Sport heftig kritisiert und auch die Bundesliga ins Visier genommen. „Der unendliche Reichtum dieses kleinen Landes Katar breitet sich fast wie ein Krebsgeschwür über den Fußball und den Sport aus“, sagte Zwanziger der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Ausrichter der WM 2022 sieht sich seit der Vergabe 2010 mit Bestechungsvorwürfen konfrontiert, bestritt diese aber stets.
„Dieses kleine Land nutzt seine wirtschaftliche Stärke, um Einfluss zu nehmen auf Entscheidungen in der Politik und im Sport“, betonte das Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees: „Wenn dann bei der Vergabe der WM am Ende keine sachgerechte, sondern die schlechteste aller möglichen Entscheidungen steht, dann ist das eine große Niederlage für den Fußball.“
Zwanziger bemängelte zudem die Haltung der deutschen Clubs bei der Diskussion um eine mögliche Verlegung der Austragung des Weltturniers angesichts der großen Hitze in den Winter: „Wer macht denn in der Bundesliga seine Trainingslager in Katar?“ Unter anderen bezogen der FC Bayern und Schalke 04 ihr Quartier in dem Wüstenstaat.
