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NWZonline.de Sport Fußball

Zwischen Rückblick und Ausblick fehlt der Überblick

22.12.2018

Vor genau einer Woche war ich unterwegs zu meinen letzten beiden Tagesthemen-Sendungen des Jahres in Hamburg, ein arbeitsreiches Jahr kurz vor dem Ende. Der Gedanke, das Super-Sportjahr 2018 mit Olympischen Winterspielen und der Fußball-WM beruflich abzuschließen und den Sport erst einmal Sport sein zu lassen, machte mir äußerst gute Laune. Nur noch zwei kleine Sendungen und danach: Abhaken, Innehalten, Ferien, Weihnachten, (mein) Geburtstag, Silvester...

Kurz bevor ich in den Flieger stieg, warf ich noch einen Blick in meine Mails und sah die Anfrage der NWZ, zum Jahresende eine Kolumne mit einem Ausblick auf das Sportjahr 2019 zu schreiben. Herrje. Das war ehrlich gesagt das Letzte, woran ich denken wollte, Vorausschauen ins nächste Jahr, schließlich war ich doch gerade für mich dabei, das aktuelle erst einmal abzuschließen. Oliver Kahn kam mir in den Sinn, mit seinen Allzweck-Worten: weiter, weiter, immer weiter. Olli Kahn, Titan und Prophet. Recht hat er. Leider.

Mir ist der Sport insgesamt ein bisschen viel geworden. Im Grunde ist ja jedes Jahr ein Super-Sportjahr. Allein die Fußball-Flut durchspült uns und unsere Kapazitäten an verfügbarem Sport-Speicher. Kein Tag ohne Fußball. Damit fängt es an, erst recht, seit es in der Bundesliga ab und an auch Montagsspiele gibt. Fußball und auch der Sport im Allgemeinen, wie momentan der Wintersport, kommt einer Dauerberieselung gleich. Und auch wenn ein post-olympisches Jahr stets etwas despektierlich als ein Zwischenjahr tituliert wird, so drängelt sich in 2019 doch eine WM an die andere. Leichtathletik-WM in Doha, Schwimm-WM in Südkorea, Frauenfußball-WM in Frankreich, Eishockey-WM in Bratislava, Basketball-WM in China, Tischtennis-WM in Budapest, Biathlon-WM in Östersund... und los geht das neue Sportjahr mit der halben Heim-WM im Handball, die ja in Deutschland und Dänemark stattfindet. Wahnsinn.

Ich erinnere mich an die vergangene Handball-WM hier bei uns im Jahr 2007. Damals wurde Deutschland Weltmeister, feierte in Köln den Titel, auf dem Rathaus-Balkon machte ich Interviews für unsere Sondersendungen im WDR, ich war gerade zum ersten Mal schwanger und durfte nichts trinken. Eine Freundin, die ich 1994 in Paris kennengelernt und aus den Augen verloren hatte, sah mich im Fernsehen und machte mich ausfindig. Wir haben uns wiedergefunden.

Was ich sagen möchte: Der Ausblick im Sport ist gleichzeitig immer auch ein Rückblick. Sportereignisse ziehen einen großen persönlichen Schleier hinter uns her, genau wie andere Meilensteine in der Weltgeschichte. Man erinnert sich ganz genau, wo man war und wie es sich angefühlt hat. Der Terroranschlag auf das World Trade Center, der Unfalltod von Lady Di, der WM-Sieg in Brasilien. Ich weiß noch genau wo ich diese Dinge erlebt habe – Sie auch? Vieles wiederholt sich im Sport, nicht unbedingt die Ergebnisse, aber die Ereignisse. Und deshalb müssen wir und die Sportmacher aufpassen, dass sich zum Thema Ausblick und Rückblick nicht auch noch der (fehlende) Überblick einschleicht.

Der Überblick, den man zu verlieren droht, weil der Sportkalender immer voller wird. Da nun mittlerweile also jedes Jahr den Status eines Super-Sportjahres zu haben scheint, besteht die Gefahr, ein bisschen durcheinander zu kommen. Deshalb sollte jeder für sich auswählen und einen selektiven Blick auf die Dinge haben.

Herausragen werden für mich persönlich zum Beispiel immer wieder die Jahre mit Olympischen Sommerspielen. Sie bleiben für mich die Mutter aller Sportereignisse. Und das Gute ist: Tokio 2020 ist gar nicht mehr weit. Darauf freue ich mich. Auf den kurzfristigen Ausblick auf mein persönliches Sportjahr freue ich mich übrigens ebenfalls. Ich habe mir fest vorgenommen, dieses alte Jahr mit einem Silvesterlauf abzuschließen und das neue Jahr mit dem Neujahrsbaden auf Borkum zu beginnen. Da wird die Nordsee noch einmal zu einer anderen Herausforderung. Das wird mit Super-Sport wahrscheinlich nicht viel zu tun haben, aber es wird hoffentlich ein Super-Spaß!

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