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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

ERINNERUNGSABEND: An einem Tage „alles verloren“

14.04.2005

GANDERKESEE GANDERKESEE - Helga Kühn, geb. Schütte, wird diese Stunden wohl nie vergessen. Noch nicht einmal sechs war sie, als am 20. April 1945 gegen Mittag in Ganderkesee die Sirenen heulten, die Mutter rief und es rüber in den Keller der Raffeisenbank ging. Damals, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, tobten die Kämpfe um Ganderkesee. Einen Tag später, am 21. April, so erinnert sich Helga Kühn, „hatten wir alles verloren“.

Um die Geschehnisse an jenem 21. April, als Ganderkesee brannte, wird es exakt 60 Jahre später bei einem Gedenk- und Erinnerungsabend der ev.-luth. Kirchengemeinde gehen. „Sehr groß“ sei die Bereitschaft gewesen, mit eigenen „Schätzen“ zu der Veranstaltung beizutragen, berichtete Helga Härtel vom Veranstalterteam gestern bei einer Pressekonferenz. Vier oder fünf Stellwände würden aufgebaut, die Photos mit Hinweisen versehen, ergänzten Heinz Bleydorn und Horst Skiera.

„Ganz bewusst“ habe man sich entschlossen, Betroffene zu hören, sagte Pastor Eckhard Dreyer. Zu Beginn wird er vorlesen, was die Zeitzeugen Heinz-Günther Vosgerau (er erlebte die Tage als Jugendlicher), Hermann Baars (damals der Ganderkeseer Gendarm) und Dora Staroski (sie wohnte im Pfarrhaus) über das Kriegsende aufschrieben. Mehr als 200 Soldaten und Zivilisten kamen damals in der Gemeinde ums Leben. Der Abend soll Anregung sein, sich selbst zu erinnern und zu berichten.

Im Keller der Raiffeisenbank, so sagte Helga Kühn, suchten damals etwa zehn Nachbarn Schutz. Die Fünfjährige lag mit der hochschwangeren Mutter auf einer Pritsche. Eng sei es gewesen, „ich hab immer gesagt: rück mal ein bisschen“. Abends habe die Hauptangriffswelle begonnen, Einschläge, Gewehrsalven wurden mehr. Da sei geweint und geschrien worden – mittendrin die beruhigende Schwester Luise Döpner. Später seien Gasmasken aufgesetzt worden. Als Helga Kühn und ihre Mutter sich im Laufe des nächsten Tages wieder aus dem Keller trauten, war das angemietete Wohnhaus mit dem Frisiersalon des Vaters (zwischen Volksbank und Haus Müller) eine verbrannte Ruine. Noch am selben Tag sei der brennende Turm der Kirche eingestürzt.

Der Gedenk- und Erinnerungsabend beginnt am 21. April um 19 Uhr mit einer Andacht in der Cyprian- und Corneliuskirche. Danach wird die Veranstaltung im Gemeindehaus (im Melanchthon-Saal) fortgesetzt.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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