Ganderkesee - Das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes Nr. 224 in Heide (Eichenweg/Tannenweg) soll eingestellt werden. In geheimer Abstimmung votierte der Ganderkeseer Gemeinderat am Donnerstagabend gegen den Beschlussvorschlag des Verwaltungsausschusses. Er hatte empfohlen, einem Antrag der Grünen-Fraktion nicht zuzustimmen.

18 Nein-, bei 15 Ja-Stimmen, bedeuten de facto das Aus der umstrittenen Planung. Eigentlich sollten am Ende des Eichenweges sieben Baugrundstücke mit einer Mindestgröße von 700 Quadratmetern für Einzel- und Doppelhäuser entstehen können. Am Tannenweg waren weitere fünf Grundstücke mit über 800 Quadratmetern für Einzelhäuser vorgesehen. Zuvor hatte der Gemeinderat mehrheitlich (24 Ja, 10 Nein) entschieden, dass er letztlich in der Sache entscheidet.

Dr. Reinhold Schütte (Grüne) wies auf naturschutzrechtliche Bedenken und die zu erwartenden Emissionen hin. Es sei den Anliegern nicht zuzumuten, 80 Meter neben einem Güllebehälter zu wohnen. Erneut fiel das Wort „Gefälligkeitsplanung“. Marion Daniel und Konrad Lübbe (FDP) forderten Verlässlichkeit gegenüber Investoren ein. Er könne das Verhalten der CDU nicht verstehen, so Lübbe. Diese habe noch im Vorjahr größere Grundstücksgrößen verlangt. Detlev Diepenbrock (SPD) bezeichnete die Wende als „unmöglich“.

Dietmar Mietrach (CDU) begründete die Ablehnung seiner Fraktion mit der erheblichen Belastung der Anlieger. Bei früheren Gesprächen mit dem Landwirt sei es um einen anderen Sachverhalt – die Aussiedlung des Hofes – gegangen. Arnold Hansen (Freie Wähler) sagte, bis zur „finalen Entscheidung“ des Rats müsse man Argumenten gegeneinander abwägen können.

Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas hatte dafür geworben, dass sich der Rat mit der Sache befasst. Eine Hängepartie bis zur nächsten Ratssitzung im September, verbunden mit viel Arbeit für die Verwaltung, lehnte sie ab.

Eine deutliche Mehrheit gab es im Rat für das Konzept zur räumlichen Steuerung von Tierhaltungs- und Biogasanlagen. Bürgermeisterin und Vertreter von SPD, CDU, FDP und Freien Wählern würdigten, dass es gelungen sei, das Konzept im Konsens mit den Landwirten auf den Weg zu bringen. Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) meinte dagegen, die Belastung durch Tierhaltungsanlagen werde deutlich steigen. Otto Sackmann (UWG) monierte, der Außenbereich werde in dem Konzept nicht berücksichtigt.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent