Schlutter - Die alte Apfelsorte „Geheimrat Dr. Oldenburg“ hatte sich Jana Westermann gegriffen. Onno Akkermann (15) und Joke Fleddermann (11) pflanzten „Clapps Liebling“, eine Birne. Insgesamt 25 alte Obstsorten fanden am Sonnabend beim Streuobstwiesenfest auf dem Schlutter Berg, zu dem die Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee eingeladen hatte, einen neuen Platz.
Naturschutzbund und Kommunalservice Nordwest hatten das gut 50 mal 30 Meter große Areal hergerichtet. „Früher war das hier eine Schuttkuhle“, sagte Nabu-Vorsitzender Hans Fingerhut vor den Baumpaten und zahlreichen Vereinsvertretern. So hatte der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege ein Zelt zur Verfügung gestellt.
Die Schirmherrin der Aktion, Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, würdigte den Nabu: „Kompliment, was Hans Fingerhut und sein Team hier auf die Beine stellen.“ Jeder beiße gern in einen Apfel; aber vermutlich würden mehr Menschen zur Mandelblüte auf Mallorca reisen als zur Apfelblüte ins Alte Land. Gerken-Klaas selbst hat die Patenschaft für einen „Altländer Pfannkuchen“ übernommen. Die „Ananas-Renette“, die sie im März in Bookhorn gepflanzt hatte, war nicht angewachsen. Diesmal sei der Boden besser.
Das Streuobstwiesen-Projekt auf dem Schlutter Berg wird gefördert von der Bingo-Umweltstiftung, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. „In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt wird aus diesem Anlass eine Aktion gefördert“, sagte Projektleiterin Sabine Washof vom BUND-Landesverband. Sie hatte reichlich Informationsmaterial und sogar Apfelchips mitgebracht. Weitere 23 Obstbäume wurden in Delmenhorst gepflanzt.
Wertvolle Tipps für die Baumpaten in Schlutter hatte Hans-Hermann Klaas parat. Er half auch mit, die Bäume sachgerecht an Pfählen zu befestigen, da auf dem Berg ein scharfer Wind weht. Den Spaß dabei ließ sich niemand nehmen: „Hör auf, der wird schon grün“, wies Herwig Kunst Volker Brodowsky an, der mit der Gießkanne unterwegs war. Zum Schluss spendierte der Nabu eine Erbsensuppe.
