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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Bushido bittet Ganderkeseer zur Kasse

02.09.2008

GANDERKESEE /DELMENHORST „Das ist vorbei.“ Einige Ganderkeseer Jugendliche haben die Nase voll von ihrem einstigen Idol Bushido. In der Gantergemeinde flatterten in der vergangenen Woche Abmahnungen des Rappers in die Briefkästen. Bushido-Fans, die seine Lieder in Internet-Tauschbörsen illegal heruntergeladen haben, werden zur Kasse gebeten. 600 Euro müssen die überraschten Eltern zahlen.

Der Rapper Bushido ist umstritten. Für die einen ist er die „Stimme der Unterschicht“, für andere sind seine Lieder schwulenfeindlich, frauenverachtend und gewaltverherrlichend. Trotz oder gerade wegen dieses Images als Gangster-Rapper himmeln ihn Millionen Jugendliche an.

Einige Ganderkeseer Jugendliche hat Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, nun aber persönlich verprellt. „Ich habe seit vergangenem Montag zehn Fälle aus Delmenhorst und Ganderkesee“, berichtet Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter aus Delmenhorst, die sich auf Internetrecht spezialisiert hat. Zwischen elf und 16 Jahren sind die meisten Mandanten in diesen Fällen alt.

Die Anwältin betont, dass das Tauschen von Musikdateien im Internet illegal ist. Das Besondere an diesen Fällen sei die Härte, mit der der Musiker selbst gegen Jugendliche vorgeht, die nur ein Lied heruntergeladen haben. Dadurch, dass er pro Lied 600 Euro verlangt, ist das Aufspüren im Internet zu einem lukrativen Geschäft geworden. Von Bushidos Plattenlabel ersguterjunge war keine Stellungnahme dazu zu bekommen.

Die Eltern sind oft verblüfft, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird. „Ich hatte noch kein Elternpaar, das davon wusste. Viele wissen nicht einmal, wie das funktioniert“, sagt Seiter.

Um an die Daten der Internet-Nutzer zu kommen, müssen die Musiker oder ihre Plattenfirmen Strafanzeige stellen. Neben der Entschädigungsforderung kommt also auch ein Strafverfahren in Gang. Das werde, wenn es nur um eine Datei geht, meist eingestellt, weiß Seiter.

Trotzdem sollte man eine Abmahnung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auf keinen Fall solle man das Schreiben ignorieren, sagt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Auf deren Internetseite gibt es Tipps für Betroffene. Von einem Anwalt sollte man sich Hilfe für seine konkrete Situation holen. Corina Seiter rät, fristgemäß eine Unterlassungserklärung abzugeben. Von den mitgeschickten Unterlassungserklärungen der gegnerischen Anwälte rät sie Abstand zu halten.

Den Bushido-Fans ist die Lust an der Musik des Gangster-Rappers vergangen, weiß Seiter: „Die haben ihre Poster abgenommen.“ Ein Ganderkeseer Vater berichtet: „Wir hatten Karten für ein Konzert von Bushido. Die haben wir wieder zurückgegeben.“

Mehr Infos unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

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