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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Das Ende der zwei Türme

26.04.2017

Steinkimmen Mehr als 60 Jahre prägte er ganz allein die Skyline des Landkreises Oldenburg – jetzt geht diese Ära zu Ende: In der zweiten Maiwoche wird mit dem Abbau des alten Senders in Steinkimmen – landauf, landab als „Fernsehturm“ bekannt – begonnen.

Sein Nachfolger steht seit gut neun Monaten neben ihm und hat Schritt für Schritt auch den Betrieb übernommen. In der kommenden Woche werden die letzten Antennen vom alten Turm abmontiert – dann laufen alle Programme über den im vergangenen Jahr errichteten Gittermast. Dieser erreicht mit 285 Metern nicht ganz die Höhe des 1955/56 gebauten Stahlrohrmastes nebenan, der mit 305 Metern zeitweise das höchste Bauwerk Deutschlands war.

Lesen auch eine Reportage über das Innenleben eines Turmes

Ganze sechs Meter davon werden am Ende noch übrig bleiben. Dieser „Stummel“ soll als Denkmal erhalten bleiben und an sechs Jahrzehnte Steinkimmer Rundfunk-Geschichte erinnern. Für die moderne Sendetechnik war der „Fernsehturm“ nicht mehr dauerhaft zu nutzen, zumal aus statischen Gründen keine großen Antennen mehr zusätzlich angebracht werden konnten.

Den aktuellen Sendestandard DVBT II stellt der neue Mast sicher. Rund 20 öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme werden über ihn in HD-Qualität ausgestrahlt, dazu fünf Hörfunkprogramme des NDR sowie die Angebote der Privatsender FFN und Hit-Radio Antenne. Private TV-Anbieter, die den alten Turm noch nutzten, sind künftig in Steinkimmen nicht mehr vertreten – sie senden nur noch von Bremen aus.

Der Abbau des alten Senders beginnt, wie der Neubau nebenan im vergangenen Sommer geendet hatte: mit einem Hubschrauber-Einsatz. Per Helikopter wird die große Glasfaser-Antenne auf der Turmspitze demontiert und abtransportiert. Danach wird der 260 Tonnen schwere und zwei Meter dicke Stahlrohrmast scheibchenweise „heruntergeschnitten“. Das geschieht mit Hilfe eines sogenannten Stockbaumes, eine Art überdimensionaler Flaschenzug, der am Metallgehäuse hochgezogen wird. An dessen oberen Ende ist ein Schwenkkran angebracht, darin arbeitet ein Monteur, der mit dem Schweißbrenner Stück für Stück des rot-weiß-geringelten Giganten abträgt.

Mehr als fünf Meter dick dürften die abgetrennten Elemente nicht sein, schätzt Klaus Schneider, Teamleiter der NDR-Sendstation Steinkimmen. „Sonst wären sie zu schwer für den Transport nach unten.“ Genaueres zu den Arbeiten wird aber auch er erst erfahren, wenn die Fachfirma Turmbau Steffens & Nölle (Berlin) sich übernächste Woche ans Werk macht.

Bis zum Jahresende soll der Rückbau abgeschlossen sein. Die große Unbekannte in den Planungen ist das Wetter. Vor allem starker Wind könnte die Bauarbeiten verzögern. Bisher sei der NDR mit den Kosten des Gesamtprojektes – Neubau und Rückbau – im Rahmen der veranschlagten 5,6 Millionen Euro geblieben, sagt Klaus Schneider.

Der Teamleiter hatte am Dienstag gerade eine lange Nachtschicht hinter sich, in der weitere Programme vom alten auf den neuen Sender umgelegt wurden. Das laufe überwiegend problemlos, so Schneider, zeitweise könne es nur zu kleinen Sendestörungen kommen. In der Nacht zu Dienstag seien mehrfach kurze Programmabschaltungen erforderlich gewesen. „Aber zwischen 1 und 4 Uhr bekommt das ja kaum jemand mit“, weiß der Experte. Und ab nächster Woche ist der neue Sendemast ohnehin komplett ausgerüstet. Ob er dann auch für 60 Jahre die Skyline prägt? Laut Klaus Schneider soll er möglichst noch länger halten. Wer weiß, ob 2080 überhaupt noch Sendetürme gebraucht werden...

Der Fernsehturm in Steinkimmen hat weit über die Grenzen der Gemeinde Ganderkeseer hinaus nicht nur die Blicke, sondern auch die Menschen von weither angezogen. Der Stahlrohr-Gigant war in den vergangenen 60 Jahren immer auch ein Publikumsmagnet und ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.

Schildern Sie uns Ihre Erlebnisse und Eindrücke vom Fernsehturm Steinkimmen, teilen Sie uns mit, was der Abbau für Sie bedeutet. Sie erreichen die Redaktion per Brief (Mühlenstraße 1, 27777 Ganderkesee), E-Mail (agentur@ redganderkesee.de) oder auf Facebook (www.facebook.com/ZeitungfuerGanderkesee).

Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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