Eigentlich beginnt die traditionelle Schlüsselübergabe auf dem Wagen des Faschingsprinzenpaars mit launigen Worten. Doch diesmal war Landrat Carsten Harings und Bürgermeisterin Alice Gerken danach nicht zumute. Nach der Eröffnungsansprache von GGV-Präsident Uwe Meyer verkündete Harings, dass sich beide entschieden hätten, eine ernsthafte Erklärung abzugeben. Er verwies auf die rechtsradikal und rassistisch motivierten Morde am Mittwochabend in Hanau, die er als „abscheulich und widerlich“ bezeichnete, sowie auf das Attentat auf die Synagoge in Halle und die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. „Extremismus ist ein Geschwür, das es zu entfernen gilt“, so Harings. Er bat um einen Schweigemoment im Gedenken an die Opfer der Taten, bevor er – wie dann auch Bürgermeisterin Alice Gerken – einen Appell in Richtung der Feiernden formulierte: „Wir dürfen uns unsere Lebensfreude nicht nehmen lassen“, sagte Harings. Die Täter „wollen unser Gefüge ins Wanken bringen“, schloss sich Gerken an. Da gelte es, zusammenzurücken. Im Anschluss überreichte die Verwaltungschefin den Rathausschlüssel an Prinzessin Lea I. (Rautenhaus) und Prinz Timo II. (Hüneke) sowie deren Gefolge (großes Bild, von links) Cora Kwasny, Liza-Marie Bosse, Neele Woltjen und Jule Petershagen mit der Bitte: „Passt gut auf mein Rathaus auf!“ Auf dem Kinderprinzenwagen gab Erster Gemeinderat Matthias Meyer (kleines Bild) den kleinen Rathausschlüssel an Zoé I. (Struck) und Tjorben I. (Ahrens). Thorsten Konkel/Hergen Schelling