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A 29 in Richtung Wilhelmshaven gesperrt
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Aktualisiert vor 16 Minuten.

Unfall Bei Großenkneten
A 29 in Richtung Wilhelmshaven gesperrt

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Mit Feuereifer für Feuerwehr

19.10.2019

Am vergangenen Dienstag ereignete sich auf der A 29 ein schwerer Unfall mit einem Gefahrgut-Lkw. Um 12.34 Uhr gab der Melder von Andreas Müller (52) Alarm. Sofort verließ er seinen Arbeitsplatz beim Autohaus WAKO in Delmenhorst, fuhr zur Feuerwehrwache nach Ganderkesee und zusammen mit seinen Kameraden ging es gleich weiter zum Unfallort. Für den Zugführer des Fernmeldezuges der Kreisfeuerwehr endete der Einsatz erst am frühen Mittwochmorgen. „Um 3.40 Uhr lag ich im Bett“ erzählt Andreas.

Der Ganderkeseer ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Das hat er auch seinem Vater zu verdanken: Der frühere Kreisbrandmeister Ernst-August Müller und andere Väter der Freiwilligen Feuerwehr Bookholzberg ermunterten ihre Söhne zum Eintritt in die Feuerwehr und so wurde 1978 die Jugendfeuerwehr Bookholzberg gegründet. Das gefiel Andreas so gut, dass er mit 16 Jahren der aktiven Wehr beitrat. „Was ich nicht so schnell verarbeiten konnte, waren Verkehrsunfälle“, erinnert er sich.

Nachdem er seinen Wohnort nach Ganderkesee verlegt hatte, wechselte Andreas zur dortigen Ortswehr. Hier war er zwölf Jahre lang Zugführer. Außerdem hat er die Befugnis, die Drehleiter eines Fahrzeuges zu bedienen – eine große Verantwortung. Ferner ist er für den Oldenburgischen Feuerwehrverband Fahrsicherheitstrainer und unterrichtet die Fahrer der Einsatzfahrzeuge. „Wie viele Stunden im Jahr bist Du für die Freiwillige Feuerwehr aktiv?“, frage ich ihn. Seine Antwort: „So um die 500 Stunden!“

Da bleibt wenig Zeit für sein zweites großes Hobby: das Motorrad. Es gibt für ihn fast nichts Schöneres, als nach Feierabend oder an Wochenenden mit seiner 900er Yamaha durch die Gegend zu fahren. Den 1. August 2011 wird er so schnell nicht vergessen. Er war mit seinem Motorrad auf dem Weg zum Feuerwehrdienst und wollte gerade auf das Feuerwehrgelände abbiegen, als ein nachfolgendes Auto auf ihn auffuhr. „Mein Arzt meinte nur, dass mein Sturzhelm mich gerettet hätte. Und den kleinen Dachschaden hätte ich schon vorher gehabt“, scherzt Andreas im Nachhinein.

Seine Schulzeit war weniger heiter: „Auf Schule hatte ich keine Lust“, gesteht Andreas. Auch über seine berufliche Zukunft hatte er sich keine großen Gedanken gemacht. Er begann eine Ausbildung zum Tankstellenkaufmann, aber nach zwei Jahren merkte Andreas: „Das Kaufmännische ist nicht meins“.

Danach verdiente er sein Geld bei Elektro Meischen in Neerstedt als Betriebsschlosser, bei der Stadt Delmenhorst im Gartenbauamt und über vier Jahre in einem Möbelgeschäft als Kommissionierer. Auf einer Geburtstagsfeier seines Vaters traf er Klaus-Dieter Eger von der Berufsfeuerwehr in Delmenhorst. Dieser hatte mitbekommen, wie engagiert Andreas Müller bei der Feuerwehr war: „So einen wie Dich suchen wir“. Um bei der Berufsfeuerwehr anzufangen, benötigte er aber eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung. Im Autohaus Lewerenz (heute Hoppe) in Ganderkesee ließ Andreas sich zum Kfz-Mechaniker umschulen – mit 29 Jahren. Später absolvierte er noch eine Zusatzausbildung zum Servicetechniker.

16 Jahre blieb er in dem Betrieb und wäre vielleicht noch heute dort, wenn er nicht einen ehemaligen Feuerwehrkollegen aus Bookholzberg getroffen hätte. Dieser arbeitete bei der Berufsfeuerwehr in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. 2009 besuchte Andreas seinen früheren Kollegen – und es gefiel ihm dort. Am 2. Januar 2011 begann das „Abenteuer Wüste“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sein Arbeitsort war Al-Ain, 150 Kilometer entfernt von Abu Dhabi.

An einen Einsatz erinnert sich Andreas noch gut: Gemeldet war ein Wasserrohrbruch in der Wüste, auf einer Farm drohten die Kamele zu ertrinken. „Wir waren aber noch rechtzeitig da“, erzählt Andreas. „Und überhaupt war es dort viel entspannter als bei uns.“ Er lobt auch die arabische Gastfreundschaft. „Ich wäre gerne länger geblieben, aber ich hatte meiner Familie versprochen, dass nach einem Jahr Schluss ist“.

Schon von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus bewarb er sich beim Autohaus WAKO in Delmenhorst als Servicetechniker. Dort ist Andreas nun schon seit sieben Jahren beschäftigt. Wären seine Ehefrau Nicole und Tochter Jana (20) nicht gewesen, vielleicht wäre Andreas immer noch in der Wüste. Seine Frau lernte Andreas bei einer Tanzstunde in der Tanzschule Beuss kennen. Beide verdienten sich hier neben den Tanzstunden Geld dazu. Andreas gab bei Veranstaltungen den Discjockey. In dieser Zeit war, neben der Feuerwehr, Tanzen ein großes Hobby. Andreas Müller tanzte Turniere und wurde in seiner Klasse mit seiner Partnerin sogar Norddeutscher Meister. „Bei Gelegenheit tanze ich heute noch gerne“, sagt er, „aber meine Leidenschaft gehört der Feuerwehr.“ Ach ja, noch eines liebt er heiß und innig (neben seiner Familie): sein Sofa. „Hier kann ich meine Seele so richtig baumeln lassen!“

Dirk Wieting spricht mit Feuerwehrmann Andreas Müller

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