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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Dirk Wieting Schnackt Mit Dieter Schmidt: Mit Familie und Pferden von Delmenhorst aufs Land nach Altmoorhausen

04.01.2020

Für viele bedeutet die Zeit „zwischen den Jahren“ Erholung und Entspannung. In Ganderkesee gibt es dann ein großes gesellschaftliches Ereignis: Das traditionelle Ganderkeseer Fohlenchampionat wollen seit mittlerweile drei Jahrzehnten nicht nur Pferdefreunde nicht mehr missen. Einer der Urväter dieser Veranstaltung ist Dieter Schmidt, der noch heute dem Organisationsteam angehört. Als erfolgreicher Pferdezüchter konnte er 2019 mit seinem Fohlen „Margo S“ den zweiten Platz erringen. Es war nicht sein erster Erfolg. Schon 2004 hatte die Mutter des Fohlens das Championat gewonnen.

Die Pferdezucht ist eine Leidenschaft von Schmidt. Auf der „Schmidt’s Ranch“ in Altmoorhausen hat er schon viele erfolgreiche Pferde gezüchtet. Eines davon ist „Weltissimo“, ein international sehr erfolgreiches Dressurpferd. Die Liebe und das Auge für Pferde hat Schmidt von seinem Vater Dietrich. Seine Eltern hatten in Schlutter einen landwirtschaftlichen Betrieb gepachtet auf dem auch Pferde gezüchtet wurden. Dieter wurde 1947 geboren, als sein Bruder schon nicht mehr lebte. „Mein Bruder wurde in den letzten Kriegstagen eingezogen und das ohne militärische Ausbildung. Gleich bei einem seiner ersten Einsätze ist er ums Leben gekommen.“

In jungen Jahren musste Dieter seinen Eltern auf dem Hof helfen. Am liebsten war er bei den Pferden. Ein erfolgreicher Reiter war er nicht, im Gegensatz zu seiner älteren Schwester Mariechen. Nach seinem Realschulabschluss machte er eine landwirtschaftliche Ausbildung und schloss sie als Jahrgangsbester ab. Obwohl sein Vater ihn lieber als Landwirt gesehen hätte, studierte er in Osnabrück und wurde Agrar-Ingenieur. Für Dieter war klar, dass er kein Landwirt werden wollte. Wie so oft in seinem Leben überließ er nichts dem Zufall. Bei Reinhard Stücken, Betreiber des Delmenhorster Schlachthofs, fragte er, ob sie ihn gebrauchen könnten. Schnell wurde er Prokurist und Einkaufsleiter.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, aber diese Zeit hat mich auch einige gute Freunde gekostet. Sehr oft habe ich abends noch am Telefon gesessen, um die Schlachttiere für den nächsten Tag einzukaufen. Ich konnte Verabredungen nicht einhalten“, sagt er. Nachdem der Schlachthof 1988 geschlossen wurde, wechselte er zu einer Schlachterei im Kreis Vechta. Nach knapp einem Jahr wagte er den Neuanfang. Er erwarb von einem Verlag in Varel Lizenzen für Stadt- und Gemeindepläne und gründete 1989 den DSD-Verlag. Sein Ein-Mann-Unternehmen war wie eine Werbeagentur. Von Stadtplänen über Drucksachen und Aufkleber wurde alles hergestellt.

„Meine beruflichen und privaten Aktivitäten konnte ich nur machen, weil meine Irmgard mir immer den Rücken frei gehalten hat“, verrät er. Dieter war gerade 17 Jahre, als er auf der Hochzeit seines Vetters Dieter war. Gleich fiel ihm die junge Schwester der Braut ins Auge, die damals 15-jährige Irmgard Hagestedt. „Mit hochrotem Kopf haben wir uns beim Tanzen auf die Füße getreten“, erinnert er sich. Dann verlor man sich aus den Augen. Drei Jahre später ein Wiedersehen auf einer Kohlfahrt der Landjugend Ganderkesee. „Irmgard, ich bringe Dich nach Hause“, versprach er. Halten konnte er das Versprechen nicht. In der Nacht war extrem viel Schnee gefallen, so dass er mit seinem VW Käfer gerade noch auf der B 75 vorwärts kam, nicht aber auf nicht freigeräumten Seitenstraßen. So musste er Irmgard schweren Herzens die letzten 300 Meter alleine laufen lassen. Die nächsten Male setzte er sein Versprechen in die Tat um. Mittlerweile sind beide seit über 48 Jahre glücklich verheiratet.

Irmgard, Dieter und Sohn Marco (46) wohnten zunächst in Delmenhorst, wo Dieter auch mit der Pferdezucht begann. Da in der Nachbarschaft immer mehr Neubauten entstanden, sagte er eines Tages: „Irmgard, wir müssen hier weg.“ In Altmoorhausen wurde ein idealer Platz für Mensch und Pferd gefunden. 1994 kehrten sie Delmenhorst den Rücken und wechselten in die Gemeinde Hude.

Wer Dieter kennt, weiß: Er ist ein Organisator mit Leib und Seele. So gründete er in Schlutter eine Volkstanzgruppe, die es bis ins Büttenabendprogramm beim Fasching schaffte. Aus dieser Gruppe entstand ein Kegelclub, der im Gasthof Witte in Immer seine Heimat hatte. Dieter intensivierte das Sportkegeln und organisierte mit dem Verein der Sportkegler (VSK) in Immer viele große Kegelturniere. Gab es zunächst sechs Sportkegler, so wurden es später 120.

Seit dem Umzug nach Altmoorhausen heißt es „Pferde statt Kegeln“. Dieter organisiert unter anderem auf den Land-Tagen in Wüsting ein Fohlenchampionat und alles das, was dann im Schauring zu sehen ist.

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