• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Dirk Wieting Schnackt Mit Jan-Michael Braun: Schulleiter mit Spaß dabei

06.04.2019

Lädt Jan-Michael Braun (46) seine Familie ein, dann könnte es auch so etwas wie eine Lehrerkonferenz sein. Nicht nur Jan-Michael ist Lehrer, sondern auch seine Ehefrau Katrin, seine Eltern, seine Schwiegereltern sowie einer seiner Brüder. Seine Tochter Anna-Lena (16) wird dieser Familientradition allerdings fernbleiben, denn für sie steht fest: „Lehrerin werde ich nicht!“

Auch bei Jan-Michael dauerte es, bis er sich für diesen Beruf entschieden hatte. Er ist Delmenhorster durch und durch, und das hat sich bis heute nicht geändert. Schon seit Kindertagen gab es für ihn nur eins, und das war Fußball. Zuerst mit Freunden auf der Straße oder dem Bolzplatz, für kurze Zeit beim TSV Ganderkesee und anschließend wechselte er zum TV Jahn Delmenhorst – jenem Verein, in dem auch der heutige Trainer vom SV Werder Bremen, Florian Kohfeldt, lange gespielt hat.

So lange wie Jan-Michael Fußball spielt, so lange ist er auch schon großer Fan vom SV Werder Bremen. „Ich komme zwar eher selten ins Stadion, dafür höre ich gerne die Bundesligaspiele live im Radio. Da ist es oft spannender und emotionaler als im Fernsehen.“ Vor 15 Jahren hat er aus Altersgründen seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Dann war Langstreckenlauf angesagt und sogar beim Bremen-Marathon war Jan-Michael mit dabei. Leider musste er seine sportliche Laufbahn in diesem Bereich schon nach einigen Jahren aufgrund von Knieproblemen wieder beenden.

Heute ist er am Wochenende mit seinem Rennrad unterwegs und war auch schon bei dem einen oder anderem Radrennen dabei. Jan-Michael fährt jeden Tag buchstäblich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad von Delmenhorst nach Bookholzberg zu seinem Arbeitsplatz. Neben dem Fußball spielte und zockte er als Schüler gerne auf seinem Heimcomputer, einem C-64. „Auch noch heute sind Spiele auf dem PC eine willkommene Abwechslung für mich. Ich komme aber viel zu selten dazu“, sagt Braun.

Sehr früh fing er an, Comics zu lesen und zu sammeln. Mittlerweile ist seine Sammlung so groß geworden, dass der Schrank irgendwann zusammengebrochen ist. Auf dem Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst war Jan-Michael Mitglied der Schülerzeitungsredaktion und da war es zunächst für kurze Zeit eine berufliche Option, Journalist zu werden. Er machte ein Praktikum bei einer Lokalzeitung, aber danach war klar: „Das war nicht meine Welt.“

Nach dem Abitur legt er 1991 zunächst seinen Zivildienst in einem Kindergarten der Lebenshilfe ab. „Das war schon eine Herausforderung, aber auch eine wichtige Erfahrung in meinem Leben“, erzählt Jan-Michael. Da ihm die Arbeit mit den Kindern gefallen hatte, begann er 1993 sein Studium auf Lehramt für Realschule in Vechta. Die dortige Universität gefiel ihm, weil sie klein und überschaubar war: „Man kannte sich. Vor allem die Dozenten ihre Studenten. Das fand ich sehr beeindruckend.“

Hier lernte er auch seine Ehefrau Katrin kennen. „Weil uns das Studentenleben vor Ort so gut gefiel, sind wir auch schon mal in den Semesterferien dort geblieben“, erzählt Braun. Sein erstes Praktikum machte er noch an seinem „alten“ Gymnasium in Delmenhorst, hier unterrichtete er sogar seinen jüngeren Bruder in Deutsch. Nach dem Studium hatte er die Chance, im französischen Anger an einem Collège weitere Unterrichtserfahrung zu sammeln, bevor er für sein Referendariat ins ostfriesische Norden zog. Dort erlebte er nach dem theoretischen Studium den berühmten Praxisschock.

Nach dem Referendariat zog er zurück nach Delmenhorst. Dort kam zunächst die große Ernüchterung: „Es gab keine freie Stelle für einen Lehrer mit den Hauptfächern Deutsch und Geschichte“, erinnert sich Jan-Michael. So musste er bis zum Sommer 2000 warten, bis er an der Realschule Bookholzberg anfangen konnte. Dort wurde er auch gleich Klassenlehrer. „Jetzt konnte ich endlich meine eigenen Ideen umsetzen. Zum ersten Mal fühlte ich mich frei!“, schwärmt er noch heute. „Ich denke, dass ich zu meinen Klassen immer ein gutes Verhältnis hatte. Mit einigen treffe ich mich noch regelmäßig. Es ist spannend, zu sehen, was aus ihnen nach der Schulzeit geworden ist.“ Im vorigen Sommer ist Jan-Michael sogar zu einer Hochzeit nach Holland eingeladen worden.

Nach kurzer Zeit an der Realschule hat er die Aufgaben eines Konrektors übernommen. 2011 wurde aus der Realschule die Oberschule an der Ellerbäke. Da sein damaliger Chef die Schulleitung nicht übernehmen wollte, wurde bei Jan-Michael angefragt. „Ich wollte aber immer auch Klassenlehrer sein. Als Schulleiter ist das nicht möglich. Und ich war froh, dass schnell in Daniela Feldhaus eine Lösung von außen gefunden wurde.“ Vor fast genau drei Jahren war es dann aber doch soweit: Zunächst kommissarisch und seit zwei Jahren offiziell ist er der Schulleiter der Schule an der Ellerbäke.

„Es macht mir tatsächlich viel Spaß. Wir sind ein super Kollegium, mit der Gemeinde Ganderkesee haben wir auch einen engagierten Schulträger. Und im Schulverbund und in den benachbarten Oberschulen finde ich viele kluge Kolleginnen und Kollegen, die mir bei Problemen weiterhelfen können.“

Nebenbei findet Jan-Michael Braun auch ein wenig Zeit, mit drei Kollegen in der Lehrerband „Ella Bäke und die drei lustigen Vier“ Musik zu machen und bei internen Weihnachtsfeiern und Abschlussfeiern aufzutreten. Kein Wunder, dass er sagt: „Aus Bookholzberg zieht mich nichts mehr weg.“

Dirk Wieting spricht mit Jan-Michael Braun, Leiter der Schule an der Ellerbäke

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.