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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Hunde-Leidenschaft wird zum Beruf

28.09.2019

Bei meinem Gespräch mit Manuela Schoone (51) fiel der Satz: „Hunde haben mich immer verstanden.“ Besser könnte man ihr Leben nicht beschreiben. Wäre es nach einer Diagnose ihres Arztes gegangen, hätte sie ihren heutigen Beruf nie ausüben dürfen.

Aber der Reihe nach. Manuela Hallmann, so ihr Mädchenname, ist in Gelsenkirchen, also mitten im Ruhrgebiet, aufgewachsen. Zwei Leidenschaften aus ihrer Kinderzeit hat sie sich bis heute bewahrt. Bücher lesen, davon konnte Manuela nie genug bekommen. Eine ihrer Lieblingslektüren als Kind waren Comics. „Meine Eltern waren strikt gegen Comics und so habe ich diese heimlich unter der Bettdecke mit einer Taschenlampe gelesen“, sagt Manuela Schoone lächelnd. Heute liest sie mit Vorliebe Geschichten aus dem Mittelalter.

Ihre zweite große Leidenschaft sind Tiere, und insbesondere von Hunden konnte sie schon als kleines Mädel nicht genug bekommen. Obwohl ihre Eltern selbst einen Hund hatten, klingelte sie in der Nachbarschaft und fragte, ob sie nicht deren Hund ausführen dürfte. „Geld habe ich dafür nie genommen.“ Die Familie machte jedes Jahr Urlaub auf einem Bauernhof und hier lernte sie auch das Reiten. „Das war für mich eine gute Gelegenheit, denn eine Mitgliedschaft in einem Reitverein oder Reitstunden hätten sich meine Eltern nicht leisten können. Dafür galt ihre ganze Zuneigung den Hunden und eines nahm sie sich fest vor: „Später werde ich einmal Tierärztin.“

Während ihrer Schulzeit hatte sie des Öfteren mit Asthma zu kämpfen. Die Diagnose des Arztes hätte für Manuela schlimmer nicht sein können: „Sie haben eine Hundehaarallergie. Suchen sie sich einen anderen Beruf.“ Mit diesem Satz verabschiedete er sich von der jungen Manuela. „Das war der Hammer und für mich ist eine Welt zusammengebrochen“, sagt sie.

Zu Hause hatte sie ihren Hund „Flummi“, den wollte sie unter keinen Umständen hergeben und komischerweise ging es ihr in seiner Gegenwart immer gut. „Ich habe der Schulmedizin geglaubt und statt Tierärztin habe ich den Beruf der Erzieherin gewählt.“

Vier Jahre besuchte sie die Fachschule für Sozialpädagogik in Gelsenkirchen. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie in einer geschlossenen Psychiatrie. Zu der Zeit hatte sie zwei Hunde und diese begleiteten Manuela oft zur Arbeit. „Die Hunde haben sehr schnell Zugang zu den Patienten gefunden“, erklärt Manuela Schoone. Die Familienurlaube auf dem Lande waren bei ihr immer präsent und so entschloss sie sich 1993, der Großstadt Gelsenkirchen den Rücken zu kehren. Zusammen mit einer Bekannten mietete sie sich ein Haus in Diekmannshausen am Jadebusen und arbeitete in einem Wohnheim für behinderte Menschen.

Da sie in diesem Wohnheim mit der Zeit immer mehr für Pflegedienste herangezogen wurde und ihr eigentlicher Beruf in den Hintergrund geriet, wechselte sie nach zwei Jahren erneut ihren Arbeitsplatz. In Oldenburg betreute sie unter anderem behinderte Menschen, die in eigenen Wohnungen lebten. Während dieser Zeit hatte sie eine Hündin mit Namen „Buddy“. „Sie war eine echte Herausforderung und dazu war ich mit ihr auf mehreren Hundeschulen“, erzählt Manuela. Ein Trainer meinte zu Manuela: „Du hast das so gut drauf, daraus solltest du etwas machen!“

Sie befolgte seinen Rat, machte 2002 eine Ausbildung zur Hundetrainerin und eröffnete in Hurrel (Gemeinde Hude) eine Hundeschule – und das neben ihrem Beruf. Immer mehr merkte sie, wie viel Spaß ihr die Arbeit mit den Hunden machte, und gleichzeitig fühlte sie sich in ihrem erlernten Beruf völlig „ausgebrannt“. Sie wechselte von einem festen Job mit Weihnachts- und Urlaubsgeld in die unsichere Selbstständigkeit. Diesen gewagten Schritt hat sie bisher zu keiner Sekunde bereut, denn immer mehr Hundehalter vertrauten Manuela Schoone. Die Örtlichkeiten in Hurrel wurden bald zu klein. Im August 2004 ging es nach Vielstedt. Vor zwei Jahren meldete der dortige Verpächter Eigenbedarf an und Manuela musste für ihre Familie und ihre Hundeschule ein neues Zuhause suchen.

In Hohenböken in der Gemeinde Ganderkesee fanden sie einen ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb. Sie waren von den Gegebenheiten so begeistert, dass sie die Gebäude und dazu eine angrenzende Fläche von 1,7 Hektar erwarben. Ohne Manuelas Ehemann wäre sicherlich einiges anders verlaufen. Dabei hatte sie ihren Gerhard eher durch Zufall kennengelernt. Eher aus Jux hatte sie zusammen mit einer Freundin ein Inserat in der NWZ aufgegeben: „Zwei Damen suchen Kontakt.“ Unter anderem meldete sich Gerhard Schoone bei Manuela. Als am Telefon das erste Treffen verabredet wurde, kündigte Manuela an, ihre beiden Hunde mitzubringen. Gerhard meinte nur: „Wenn die nicht beißen. . .“.

Seitdem ist viel passiert. 2009 wurde geheiratet und zur Familie gehören die Töchter Naomi (14) und Gesa (11). Auch beruflich sind beide seit Jahren ein Team, denn der gelernte Altenpfleger hat sich von der Leidenschaft seiner Manuela anstecken lassen. Einmalig ist beim Ehepaar Schoone wohl das Hunde-Café. Hier gibt es Fleischkuchen, Leberwursttorte oder selbstgebackene Hundekekse.

Dirk Wieting spricht mit Manuela Schoone

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