Ganderkesee/Rethorn - Der entschlossene Einsatz so vieler Eltern hat sich gelohnt: In der Frage, ob der Kindergarten Rethorn saniert oder ein Neubau in Schierbrok errichtet wird, hat der Ausschuss für Soziales und Gesellschaft sich am Donnerstagabend mehrheitlich für den Umbau des Gebäudes in Rethorn entschieden. Dort werden auch eine Krippengruppe und ein Bewegungsraum eingerichtet.

Schon nach 20 Minuten gab es erstmals lautstarken Applaus von den rund 90 Eltern, Kindern und weiteren interessierten Zuhörern im Sitzungssaal: Auf Antrag von Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas votierte der Ausschuss einstimmig dafür, dass das Schulgelände in Schierbrok für einen Kindergarten-Bau nicht zur Verfügung stehe. Damit war der Forderung der Schierbroker, die den Schulhof in jahrelanger Arbeit in einen Naturspielplatz umgestaltet haben, schon mal Genüge getan.

Weitaus schwerer taten sich die Politiker mit der Einigung auf gemeinsame Ziele in Rethorn. Für die CDU warnten Cindy Klüner und Carsten Jesußek vor hohen Folgekosten dort – erst recht, wenn die energetische Sanierung in Angriff genommen werden müsse. Vergeblich plädierten sie dafür, die Entscheidung aufzuschieben. Dazu trug auch eine engagierte Stellungnahme des Gemeindeelternrats-Vertreters Thomas Langner bei: „Sie sollten auf ihre Wähler hören“, rief er mit Blick auf das Engagement der Eltern.

Deren Kampf hatte auch andere beeindruckt. Christian Marbach (Freie Wähler) entschuldigte sich sogar dafür, dass die Politik zum Schulhof Schierbrok nicht rechtzeitig klar Stellung bezogen habe. Und Jens Gause (Grüne), der einer dezentralen Kinderbetreuung kritisch gegenübersteht, sprach sich aufgrund der enormen Bürgerbeteiligung jetzt doch für den Standort Rethorn aus. Er favorisierte aber aus Kostengründen einen Neubau. Den wollte wiederum FDP-Fraktionschefin Marion Daniel kategorisch ausgeschlossen wissen – ihr Antrag, den Verzicht auf einen Neubau in den Beschluss aufzunehmen, fand aber keine Mehrheit.

Überzeugt hatte viele Ausschussmitglieder auch die Arbeit der Verwaltung, die sechs Alternativen penibel auf die Kosten untersucht hatte. Die beschlossene Lösung in Rethorn erwies sich mit 488 000 Euro als die günstigste – wobei  die Folgekosten unterschiedlich bewertet wurden.

Im Vorfeld der Sitzung hatten Sandra Denker und Frauke Broda, Elternvertreterinnen des Kindergartens Schierbrok, der Bürgermeisterin noch eine Unterschriftenliste für den Erhalt des Standortes Rethorn übergeben. Nicht nur sie beklatschten Stunden später das Ergebnis.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)