Falkenburg - Die Hilfsbereitschaft und Empathie der Falkenburger hat Astrid Tietjen tief beeindruckt: „Gefühlt hat der ganze Ort mit gesucht“, berichtete die Leiterin des Kinder- und Jugendhauses der Rotenburger Werke am Mittwoch nach dem glücklichen Ausgang eines Vermisstenfalls am Dienstagabend. Ihr Dank richtet sich ebenso an die Polizei, die mit einem Großaufgebot nach dem vermissten Jugendlichen suchte, und die Feuerwehr. Nach rund zwei Stunden wurde der Bewohner einigermaßen wohlbehalten gefunden.
Sein Fehlen war am Dienstagabend von Mitarbeitern der Falkenburger Einrichtung festgestellt worden. Er hatte – nur mit einem Schlafanzug bekleidet – unbemerkt das Wohnheim verlassen.
Hubschrauber und Hunde
Nachdem sie zunächst selbst erfolglos das Gelände und die Umgebung abgesucht hatten, verständigten die Mitarbeiter gegen 20.30 Uhr die Polizei. „ Aufgrund des Krankheitsbildes des Vermissten und der niedrigen Außentemperatur“, wie es im Polizeibericht heißt, wurde sofort mit einem großen Aufgebot nach dem orientierungslosen jungen Mann gesucht. Dabei kamen auch ein Polizeihubschrauber und Personenspürhunde zum Einsatz.
„Unser Hausmeister und eine Kollegin, die beide in der Feuerwehr sind, haben zugleich ihre Kameraden informiert“, sagte Astrid Tietjen am Mittwoch. So wurde auch die Falkenburger Ortswehr in die Suche eingebunden. Außerdem wurden durch die Polizeiaktion immer mehr Bürger aufmerksam. „Viele haben bei uns angerufen und gefragt, wie sie helfen können“, so die Leiterin.
Ein Anwohner war es schließlich auch, der den Vermissten gegen 22.35 Uhr in seinem Garten entdeckte. Der Jugendliche, der Epileptiker ist, litt bereits an einer leichten Unterkühlung. Er wurde zur Beobachtung mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, das er am Mittwoch wieder verlassen konnte. „Es geht ihm gut“, versicherte Tietjen. Ebenso sehr freute sie sich über die Anteilnahme der Falkenburger. „Die tolle Unterstützung hat mich regelrecht gerührt.“
Auch bei der Polizei stieß die Hilfe aus der Bevölkerung auf Anerkennung. „In solchen Vermisstenfällen sind wir immer auf Hinweise angewiesen“, betonte Albert Seegers von der Pressestelle der Polizeiinspektion Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land. „Da nehmen wir auch lieber einen Anruf zu viel entgegen als zu wenige.“ Eine direkte Beteiligung von Bürgern an ihren Suchaktionen komme für die Polizei allerdings nicht in Frage.
Seit 2011 am Orte
Das Kinder- und Jugendhaus wurde 2011 an der Straße Ahrenshagen errichtet. Bis zu 24 Mädchen und Jungen mit geistiger oder körperlicher Behinderung leben dort und nehmen auch am Dorfleben teil, so wie es ihre Möglichkeiten zulassen.
