Stenum/Schierbrok - „Eine 10 bis 15 Meter tiefe Schneise der Verwüstung“ habe das Forstamt hinterlassen, empört sich Thorsten Hoolt im sozialen Netzwerk Facebook. Und auch seine Mutter Christa Hoolt kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn sie an der Bahnhofstraße in Stenum vor die Tür tritt. Auf einer Länge von rund 500 Metern wurde der Waldrand abgeholzt. „Das sieht aus, als sollte hier die Kreisstraße verbreitert werden“, vermutet Hoolt.
Nicht einmal einen Kilometer Luftlinie entfernt, am Forstweg in Schierbrok, ist ebenfalls ein Holzeinschlag zu sehen. „Vor allem jahrzehntealte Buchen wurden entnommen“, empört sich Jürgen Halm aus Rethorn. Die Bürger seien erschüttert. „Das dauert Jahre, bis unsere Nachkommen hier wieder Wald sehen.“
Weil die Waldarbeiter schweres Gerät eingesetzt haben, seien die Wege stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir trainieren hier regelmäßig fürs Sportabzeichen“, erzählen Margret und Burghard Varenkamp. Sie gehen aber davon aus, dass spätestens im Mai der Wald wieder grünt.
Von einer „normalen Durchforstung“ am Forstweg spricht dagegen Rainer Städing, Sprecher der Landesforsten. Die Holzindustrie klage seit langem, dass aus heimischen Wäldern kaum noch Buchenholz zu bekommen sei. Vor allem bei der Paletten-Produktion würden „Unmengen“ verbraucht.
Beim Einschlag an der Bahnhofstraße, wo in erster Linie Douglasien und Sitkafichten gefällt wurden, handelt es sich Angaben der Landesforsten um eine Verkehrssicherungsmaßnahme am Rand der K 227. Der dortige Bach solle allerdings gemäß der FFH-Richtlinie (Flora, Fauna, Habitat) entwickelt werden, erläutert Städing. Derzeit verstopfe aber Rasenschnitt den Bachlauf. „Im Februar setzen wir den Bagger ein, um den Bachlauf wieder herzustellen“, so der Sprecher der Landesforsten gegenüber der NWZ . Auf der abgeholzten Fläche sollen dann Bäume zweiter Ordnung und Sträucher gepflanzt werden.
