GANDERKESEE - „Satte Kinder lernen besser“: Das steht, mit dickem roten Ausrufezeichen, über einem neuen Faltblatt, mit dem in der Gemeinde Ganderkesee um Unterstützung für sozial benachteiligte Kinder geworben wird. Hinter der Aktion steht eine Arbeitsgruppe der Delmenhorster Tafel und der Ganderkeseer SPD. Sie möchten Spender und Sponsoren motivieren, um Kindern, die zuhause kein Mittagessen bekommen, wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zu ermöglichen.
„Das ist ein weiterer Ansatz, um benachteiligten und vernachlässigten Kindern zu helfen“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler, die der Arbeitsgruppe angehört. Einen anderen Schritt hatte Ende Juli der Ganderkeseer Gemeinderat getan: Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde beschlossen, bedürftigen Kindern in den Schulzentren der Gemeinde das Mensaessen mit einem Euro pro Mahlzeit zu bezuschussen. Rund 10 000 Euro pro Jahr lässt sich das die Gemeinde kosten.
„Über diese Initative der Gemeinde haben wir uns sehr gefreut“, lobt Stefan Ploch, Konrektor der Förderschule am Habbrügger Weg. Wichtig sei aber, dass nicht nur Empfänger des Arbeitslosengeldes II von der Förderung profitieren, sondern „ein größerer Kreis ein bezogen wird, auch Geringverdiener“. Die Umsetzung der Förderung läuft laut Ploch „sehr pragmatisch und feinfühlig“ – die Schüler, um die es geht, sollen sich auf keinen Fall in der Mensa stigmatisiert fühlen.
Kinder wollen gegenüber Mitschülern und Lehrern um jeden Preis verbergen, dass sie nichts zu essen haben, weil ihre Eltern es vergessen haben oder es sich nicht leisten können: „Aber man sieht es ihnen an, wie hungrig sie sind“, hat Hille Krenz beobachtet. Die Sozialpädagogin am Schulzentrum Ganderkesee sieht die Verantwortung in erster Linie bei jenen Eltern, die „ein falsches Augenmerk auf die Bedürfnisse des Lebens“ legen.
Es gibt aber auch Familien, die sich ein gesundes Essen schlicht nicht leisten können. „Eventuell muss man da ganz konkret helfen“, meint Christel Zießler. „Die Leute von der Tafel haben einen Blick dafür, wo Bedarf ist.“ Jede Spende ist ein kleiner Beitrag, um mehr Kinder satt zu kriegen.
