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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Was vor dem Rathaus so flattern darf

08.02.2018

Ganderkesee Normalerweise bekommt das Rathaus in Ganderkesee eine „Beflaggungsanordnung“, wenn Hausmeister Detlev Fortmann die Deutschland- oder die Niedersachsen-Flagge hissen soll. Außerdem verfügt er über einen „Beflaggungskalender“ für hohe Feiertage. Doch einmal hat der 49-Jährige selbst entschieden, dass es Zeit ist für die Bundesflagge: „Das war nach dem WM-Sieg gegen Argentinien 2014“, erzählt er.

Gemeinde-Sprecher Hauke Gruhn spricht von einem „sympathischen Fauxpas“, für den es einen kleinen Rüffel gegeben habe. „Ich bin sicher, die Mehrheit der Ganderkeseer hatte Verständnis in dieser emotionalen Situation“, meint er. Doch eigentlich ist das Hissen von Flaggen eine hochoffizielle Angelegenheit. Die Anordnung dafür kommt meist aus dem Innenministerium und geht per E-Mail im Rathaus ein, etwa wenn Staatsmänner gestorben sind. Anfang Januar hing die Flagge nach dem den Tod des früheren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger auf halbmast. Auch bei Katastrophen wie den Anschlägen in Paris und auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurde Trauerbeflaggung angeordnet. „Wir kriegen dann eine E-Mail vom Kreis, in der drinsteht, wie geflaggt werden muss“, erläutert Detlev Fortmann. An den beiden Masten vor dem Rathaus hängt dann die schwarz-rot-goldene Bundesflagge neben der Niedersachsen-Flagge mit dem weißen Pferd.

OFFIZIELLE ANLÄSSE

Der Beflaggungskalender für Niedersachsen hält zahlreiche Anlässe bereit. Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar und der Volkstrauertag im November sind Termine, an denen die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden auf halbmast hängen.

Der Tag der Arbeit am 1. Mai, der Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai und der Tag der Deutschen Einheit stehen ebenfalls im Kalender. Auch bei Wahlen werden die Flaggen gehisst. In Ganderkesee geschieht das nicht nur vor dem neuen Verwaltungsgebäude, sondern auch am Alten Rathaus.

Aber auch am Sonnabend wird Detlev Fortmann eine Flagge hochziehen. Dann flattert das Gemeinde-Wappen mit dem Ganter vor dem Rathaus: „Zum Fasching mache ich die Ganderkesee-Flagge ran“, sagt der Hausmeister. Auch als Gäste aus Frankreich und aus Polen erwartet wurden, hingen die Landesflaggen der jeweiligen Länder vor dem Rathaus.

Die Flaggen lagern in einem Schrank im Keller des Verwaltungsgebäudes. Neun Flaggen in verschiedenen Ausführungen sind dort zu finden, darunter die Flaggen Europas, Bremens und des Oldenburger Landes. Auch die tibetische Flagge, die eine Sonne und zwei Löwen zeigt, gehört zum Sortiment. Sie wird am 10. März gehisst – als symbolische Geste gegen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen anlässlich der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstands der Tibeter gegen China. „Viele Kommunen machen das“, erläutert Hauke Gruhn.

Besonders, wenn vor dem Rathaus Flaggen auf halbmast hängen, erkundigen sich viele Ganderkeseer im Bürgerbüro nach dem Anlass. Detlev Fortmann hat deshalb angeregt, dass ein Hinweis auf dem Informationsmonitor im Foyer zu lesen ist. In seltenen Fällen verleiht der Hausmeister auch Flaggen, zum Beispiel, wenn das Pfingstturnier des Reitervereins Ganderkesee ansteht. Darüber gebe es einen Vertrag, sagt er. „Gewaschen und gebügelt zurück“ habe er beim letzten Mal aufgeschrieben. Apropos waschen: Gelegentlich kommt es auch vor, dass eine Flagge gesäubert werden muss. „Dann bringe ich sie in die Reinigung.“ Die Ganderkesee-Flagge mit dem Ganter kann übrigens auch in Privatgärten flattern: Sie sei im Souvenirshop der Gemeinde erhältlich, sagt Hauke Gruhn. Neue offizielle Anlässe für das Hissen von Flaggen sind nach Angaben des Sprechers zurzeit nicht in Sicht. Es sei denn, es geschieht erneut ein „Fauxpas“ – schließlich ist im Sommer wieder WM.

Antje Rickmeier
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2740

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